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Innenstadt: 25 Geschäfte in der City stehen leer

Innenstadt : 25 Geschäfte in der City stehen leer

Krefeld. Wer aufmerksam durch die Innenstadt geht, dem fallen verschiedene leerstehende Ladenlokale auf. Auf der Rhein-, Hoch-, Markt- und Königstraße sind es allein 25. Mit dem Ausverkauf von Juwelier Kempkens schließt ein weiteres Traditionsgeschäft.

Für manchen Alt-Krefelder gleicht das dem Ausverkauf der gesamten Innenstadt.

Für die Geschäfte in den Häusern der Rheinstraße Nr. 90, 112 und 113 werden teilweise schon länger neue Mieter gesucht. Doch während anderenorts der Blick schonungslos ins leere Innere der Ladenlokale fällt, sind hier einige der Schaufenster dezent, aber informativ beklebt. „Raum für gute Geschäfte“steht dort auf einer milchig-weißen Blende, mit Hinweis auf die Interessen- und Standortgemeinschaft „Lebendige Innenstadt Krefeld“ und die Stadt Krefeld.

„Wir wollen mit dieser Scheiben-Gestaltung eine bessere Anmutung erreichen“, betont Citymanagerin Christiane Gabbert. Für die vorbeilaufenden Kunden ebenso wie für potenzielle neue Mieter. Dazu hat die Stadt alle bekannten Eigentümer angeschrieben, in denen derzeit Geschäfte leerstehen, und ihnen diese kostenlose Außenwerbung angeboten.

Während an den Gittern des Hauses Nr. 122 auf der Rheinstraße ein eigenes Schild auf die Eröffnung einer neuen Filiale der Bäckerei Sommer im Herbst aufmerksam macht, ist ein Stück weiter die Nachmieter-Frage schon wieder beantwortet.

Im Haus Nr. 130 hat in den ehemaligen Räumen einer italienischen Trattoria das „Da Salvo“ eröffnet, das Pane, Biscotti und Focacce genussvoll anbietet — die italienische Variante der auf dieser Straße vermehrt vertretenen Backwaren-Geschäfte.

Auch das einige Monate bereits leerstehende Café Keen im Haus Nr. 136 hat einen Nachfolger gefunden. Hier eröffnet demnächst eine Asia-Küche unter dem Namen „BA ANH“.

„Die Zahl der Ladenleerstände in der Innenstadt ist konstant“, sagt Holger Leroy. Der Ladenflächenmanager der Wirtschaftsförderungsgesellschaft beobachtet seit Jahren die Entwicklung. „Allein auf der Rheinstraße haben wir im Jahr 2015 13 gezählt, ein Jahr zuvor waren es 15.“ Das seien aber nicht dieselben Immobilien. Innerhalb weniger Monate sind nach seinen Worten die Ladenlokale wieder vermietet. Eine Zunahme der Ladenleerstände im Laufe der letzten Jahre stellt er nicht fest.

Auch wenn es auf dem Stück Hochstraße zwischen Königstraße und Südwall auffällig viele Leerstände gebe. „Oftmals ist das selbst gemacht“, lautet sein Kommentar. Eigentümer seien zu alt oder Erbengemeinschaften uneins, was sie mit der Immobilie machen sollen. „Es machen aber genauso gut dort wieder attraktive Geschäfte auf“, sagt Leroy. Beispielsweise „idee“, ein modernes, gut sortiertes Bastelgeschäft.

„Das hat sich schon an den neuen Gestaltungsleitlinien der Stadt orientiert“, sagt Gabbert und freut sich ob des Erfolgs der Stadtmarketing-Initiative.

„Die Innenstadt geht nicht pleite und es gehen nicht alle weg“, sagt Markus Ottersbach, Geschäftsführer des Handelsverbandes NRW für Krefeld, Kempen und Viersen. „Im Gegenteil“.

Der Handel sei durch die Konkurrenz des Internets in einem Umwälzungsprozess und suche verstärkt nach neuen, zukunftsfähigen Konzepten. „Mode Greve beispielsweise hat sich verkleinert und an einem neuen Standort mit einem geänderten Konzept wiedereröffnet.“

Auch andere große Unternehmen wie Sinn-Leffers, die Besitzer des Schwanenmarktes und die Wohnstätte investierten gezielt in den Standort Krefeld. „Die Krefelder Innenstadt ist und bleibt attraktiv“, sagt Ottersbach.