Rhine Side Gallery: Kunstwettbewerb am Rheinufer

Rhine Side Gallery : Kunstwettbewerb am Rheinufer

Die Rhine Side Gallery am Uerdinger Zollhof geht in diesem Sommer ins dritte Jahr. Diesmal haben sich die Veranstalter einen Wettbewerb mit Preisgeldern zum Thema Treibgut ausgedacht.

Schon die Rheinromantiker setzten den weltbekannten Fluss ins Bild und fanden in ihm die Inspiration für ihre Dichtungen. Die Faszination für den Strom hat sich bis heute gehalten. Krefeld wirbt für sich längst als Stadt „am Rhein“. Und auch die bildende Kunst hat vor drei Jahren ein neues Fleckchen Erde am Zollhof in Uerdingen entdeckt, mit Blick auf das Wasser. Diesen sommerlichen Treffpunkt für die ganze Stadt soll es auch in diesem Jahr wieder geben. Das ist die gute Nachricht für alle Freunde der Rhine Side Gallery – auch wenn die Veranstalter diesmal das Wort Galerie streichen, auf die künstlerische Begleitung aber nicht verzichten wollen, wie Uli Cloos vom Krefelder Stadtmarketing erklärt. Der Grund: Das Stadtmarketing verteilt den Begriff immer für jeweils zwei Jahre für bestimmte Projekte.

In 2019 soll ein anderes Vorhaben diesen Beinamen erhalten. Zudem soll der Eindruck verwischt werden, es handele sich um eine reine Ausstellung. Kunst soll dort erst erschaffen werden, auf breiter Basis entstehen. Ein genaues Datum für die Rhine Side nannten die Ausrichter noch nicht. Dafür soll es aber einen Kunstwettbewerb geben.

Künstler und Besucher
sollen in Dialog treten

Die Rhine Side Gallery wurde 2017 ins Leben gerufen, damals begleitet von Zweifeln, ob die Verbindung von Freiluft-Atelier und Ausflugsziel mit Biergarten bei den Menschen ankommt. Eine internationale Künstlergruppe hatte die Fläche am Zollhof auf unterschiedlichste Weise gestaltet. Doch schon die erste Saison war ein Erfolg. Da es in diesem Sommer die dritte Auflage sein wird, spricht Cloos – wenn auch schon nicht ganz ernst gemeint – von einer „Traditionsveranstaltung.“ Sie steht im Rahmen des sogenannten Perspektivwechsels, den das Stadtmarketing sich auf die Fahnen geschrieben hat. Ein anderer Blick soll auf Krefeld geworfen werden.

Für dieses Jahr haben sich die Gastgeber einen Wettbewerb mit Preisgeldern ausgedacht. Dabei soll das künstlerische Wirken auf dem Areal am Thema Treibgut ausgerichtet sein. Es rückt den Rhein und den Ort noch näher ins Bewusstsein. Das Kunstwerk soll dabei vor Ort entstehen. Die Besucher sollen mit den Künstlern in Dialog treten können. Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Schöpfer ihre Werke ohne finanzielle Unterstützung erschaffen. „Wir wollen Kunst an einem urbanen Ort zugänglich machen“, sagt Uwe Rutkowski, Vorsitzender des Uerdinger Kaufmannsbundes, der seit Beginn Mitveranstalter ist. Fünf Künstler kommen über ein Bewerbungsverfahren in die Endauswahl. Juroren werden darüber entscheiden, wer gewinnt. 6000 Euro werden ausgeschüttet, 3000 allein an den Sieger, 2000 an den Zweiten, 1000 noch an den Dritten. Der olympische Geist wird gelten: Dabei sein ist alles, denn zwei Bewerber, die wohl auch tagelang an ihrem Werk vor den Augen der Besucher arbeiten werden, gehen leer aus.

Als Ausstellerin wird in diesem Jahr Marion Schulz-Staufenbiel mitwirken. Die frühere Lehrerin am Fichte-Gymnasium hat sich der künstlichen Arbeit mit Stahl verschrieben, seiner Verfasstheit und Veränderung. Diesen Aspekt will sie auch in diesem Sommer zeigen. Mit rostigem Stahl habe ihr Objekt zu tun, mehr wollen sie und die Veranstalter noch nicht verraten. Schulz-Staufenbiel will keine abgehobene oder abstrakte Kunst präsentieren, sondern eine zugängliche. Auch die Uerdinger Malerin Maria Grimmer, aus Fischeln zugezogen, wird wie auch im Vorjahr mit interessierten Besuchern auf dem Gelände zusammen Bilder erschaffen. „Ein privater Malkurs mit Spaß“, wie sie sagt.

Die Werke sollen im Anschluss nicht vervielfältigt und verkauft werden, sagt Uwe Rutkowski. Kommerz stehe nicht im Vordergrund. Vielmehr kann sich der Vorsitzende des Kaufmannsbundes vorstellen, die Kunstwerke im öffentlichen Raum auszustellen.

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