WZ-Mobil : Wohnen statt schwofen

Das Parkhaus wird abgerissen. Beim WZ-Mobil erinnern sich Anwohner an frühere Zeiten, begrüßen aber auch die Pläne.

Krefeld. Als Tanzmariechen hatten sie im Parkhaus jede Menge Spaß und tolle Auftritte. Daran erinnern sich Vanessa Krause und Isabel Grunberg noch gut. „Es war noch richtig viel los“, erzählen die beiden jungen Frauen. Wie viele Anwohner bedauern sie, dass das Gebäude in Oppum an der Werkstättenstraße in Kürze abgerissen wird. Das geplante Wohnprojekt gefällt ihnen aber.

Die Wohnstätte plant, wie berichtet, zusammen mit der Lebenshilfe Wohnungen für Menschen mit und ohne Behinderung. Eine bunte Häuserfront ist vorgesehen. „Das ist super“, meint Vanessa Krause. „Ich arbeite selber mit Behinderten. Je mehr in der Richtung passiert, umso besser“, sagt sie. Sie möchte es sich ansehen, wenn es fertig ist. Ein bisschen schade sei es aber schon, dass es den großen Raum, in dem sie ihre Auftritte hatte, dann nicht mehr gebe. Auch Grunberg verbindet viele schöne Erinnerungen mit dem Parkhaus. „Die Karnevals-Feiern und die Geburtstage waren toll“, sagt sie.

Christa Wösten bedauert vor allem, dass ein wichtiger Veranstaltungssaal verloren gehe. „Das fehlt hier in Oppum, es gibt zu wenig geeignete Räume“, sagt die Anwohnerin. Sie begrüßt jedoch die Pläne. „Die Häuserfront soll ja sehr ansprechend werden.“

Auch Alexandra Olles findet, dass es wohl Zeit für etwas Neues war. Sie wohne noch nicht lange in der Gegend, verbindet mit dem Parkhaus daher auch keine Erinnerungen. Sie fahre aber öfter vorbei. „Es steht schon länger leer, das ist mir aufgefallen. Da ist es doch super, wenn jetzt etwas passiert“, sagt sie. Auch die Pläne gefallen ihr. „Projekte zur Inklusion finde ich ebenso gut wie bunte Farben an den Wänden.“

Ähnlich denkt Aysenur Cesur. „Neubauten und erst recht eine schöne Fassade kann man hier immer brauchen“, findet sie. Und wenn das alles noch Menschen mit und ohne Behinderung verbindet, dann „ist das eine gute Idee“.

Meinungen wie diese freuen Bezirksvorsteher Hansjürgen Tacken. „Klar ist es schade, dass ein Saal verloren geht. Aber das ging nicht anders — eine Sanierung war schlicht zu teuer“, sagt er. Die neuen Pläne seien jedoch ein toller Ersatz für das Parkhaus. „Räume für Behinderte sind eine gute Sache und ein Farbfleck frischt Oppum auf“, findet er.

Christoph Gorgs hingegen interessiert sich vor allem für die Bäume auf dem Gelände. „Warum und von wem sind die ersten Pappeln gefällt worden? Plant die Wohnstätte, die alten und schönen Pappeln, die jetzt noch auf dem Grundstück stehen, auch noch zu fällen?“, fragt er besorgt.