Tiere verenden auf Friedhöfen

Offenbar sterben viele Hasen, Igel und Frösche weil sie in Grünabfallgruben fallen.

Krefeld. Das Sterben von Klein- und Jungtieren in den Grünabfallgruben auf den elf Krefelder Friedhöfen soll beendet werden. Das fordern die Bürgeraktion Baumschutz und die Krefelder Grünen. „Immer wieder verenden elendig zahlreiche Tiere wie Frösche, Igel oder Hasen in den Grünabfallgruben“, sagte Bernd Kraft von der BI Baumschutz bei einer gemeinsamen Aktion mit den Grünen auf dem Oppumer Friedhof.

Anja Cäsar, umweltpolitische Sprecherin der Grünen, erklärt, dass die Abdeckungen der rund 240 Gruben große Löcher aufweisen, durch die Tiere hindurchfallen können. Laut Stadt liegen die Kosten für jede neue Abdeckung bei 700 Euro, was kaum bezahlbar sei.

In den vergangenen Monaten ist Bernd Kraft sogar selbst mit einer Leiter in die Gruben gestiegen, um die gefangenen Tiere zu retten. Mit einer aus eigenen Mitteln finanzierten Abdeckung soll das nun ein Ende haben: für 210 Euro hat er eine Version erstanden, die nicht nur die Tiere hindert, in die Gruben zu fallen, sondern auch noch für die nötige Belüftung des Grünabfalls sorgt.

Das Vorführmodell hat damit deutlich weniger gekostet, als was die Stadt zuvor berechnet hatte. Da es verständlich sei, dass die Verwaltung davor zurückschrecke, alle Gruben auf einmal anzugehen, macht die BI Baumschutz nun den Vorschlag, sich zunächst den „Brennpunkt-Friedhöfen“ zu widmen, die nah an Gewässern liegen. Dann könne die Stadt das Problem nach und nach angehen und müsse nicht direkt alles finanzieren.

Die Grünen haben für die nächste Sitzung des Umweltausschusses angekündigt, die Stadtverwaltung aufzufordern, den Tier - und Artenschutz auf den Krefelder Friedhöfen nicht weiter zu missachten.