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Einzelhandel: Nahversorgung: Oppumer machen neuen Anlauf

Einzelhandel : Nahversorgung: Oppumer machen neuen Anlauf

Drei Grundstücke sind in der Prüfung, um die Nahversorgung im Stadtteil zu verbessern. Ein Bauträger hat Interesse am Festplatz.

Krefeld. Das Nahversorgungsangebot ist in Oppums Ortsmitte weiterhin begrenzt. Das soll sich endlich ändern. Das Thema steht erneut auf der Agenda der Bürgervertreter. Neben dem Festplatz an der Kronlandbrücke als möglichem Standort für Lebensmittelläden weckt auch der Bereich der Pfarre zu den heiligen Schutzengeln gegenüber Interesse. Auch das Gebiet an der nördlichen Seite des bald fertig sanierten Bahnhofs ist als möglicher Standort noch nicht ganz vom Tisch.

„Es ist noch nicht spruchreif, es gibt nur Vorgespräche“, erklärt Karin Späth vom Leitungsteam der Gemeinschaft der Gemeinden St. Augustinus. „Es wird aber darüber nachgedacht, Teile des kirchlichen Bereichs zu veräußern.“ Schutzengel-Kirche und Pfarrheim stünden unter Denkmalschutz, erläutert sie. Ob das alte Kloster Richtung Buddestraße auch denkmalwürdig ist, werde derzeit geprüft.

Bisher haben Oppumer Politiker jahrelang die Lösung, Nahversorger auf den Festplatz an der Kronlandbrücke zu platzieren, abgelehnt, weil der zu abgelegen sei. Sie wollten die Lebensmittelgeschäfte lieber im Ortskern, in Bahnhofsnähe, angesiedelt sehen. Dafür gab es drei Optionen, keine hat sich realisieren lassen.

aus dem Schreiben eines interessierten Bauträgers

„Es muss nun etwas passieren, gerade in Zeiten der immer älter werdenden Bevölkerung und der vielen neuen Bauvorhaben“, erklärt der Oppumer Ratsherr Jürgen Wettingfeld (CDU). Es ist für ihn „die letzte Chance“. Der Christdemokrat hat einen entsprechenden Antrag in den Planungsausschuss eingebracht, der auch einstimmig verabschiedet wurde.

In dem Schreiben wird die Verwaltung aufgefordert, den derzeitigen Ist-Zustand mit Hilfe des Einzelhandelsverbands, der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft und des Stadtmarketings zu analysieren und zu bewerten. Dabei soll auch ein Vorschlag erarbeitet werden, wie die Einzelhandels- und Nahversorgungssituation in Oppum verbessert und entwickelt werden könnte.

Für eine Lösung auf dem Festplatz spricht: Der neue Flächennutzungsplan (FNP) stellt den Bereich östlich der Buddestraße als Sondergebiet für die Nahversorgung dar. Im Zentrenkonzept 2014 ist er als Teil des Nahversorgungszentrums (NVZ 2) ausgewiesen. Ziel der Sondergebietsdarstellung im FNP ist es, „die Neuansiedlungsmöglichkeit des Nahversorgungs-Einzelhandels planungsrechtlich vorzubereiten, um Oppum als Nahversorgungszentrum zu stärken.“ Außerdem gibt es laut Stadtverwaltung verschiedene Anfragen für diese im städtischen Eigentum befindlichen Flächen.

Zu den Interessenten gehört ein Bauträger, der schon vor mehr als zehn Jahren dort bauen wollte. Er plant weiterhin, einen Vollsortimenter und einen Discounter auf dem Festplatz anzusiedeln. „Wir haben uns erneut bei der Stadt Krefeld beworben, um eine Teilfläche des Festplatzgeländes zu erwerben, um darauf zwei Einzelhandels-Betriebe zu errichten“, steht in einem Schreiben des Bauträgers, das der Redaktion vorliegt. Darin heißt es weiter: „Wir glauben, dass es an der Zeit ist, den Bürgern die schon lange zugesagten Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen, damit dieses leidige Thema endlich ein Ende hat. Hierzu treten wir und ein neuer Investor an, um dieses zu verwirklichen.“ Weiterer Aspekt: „Mit dem Ankauf dieser Fläche sollte auch der Kreisverkehr an der Buddestraße ausgebaut werden.“

Gegen den Platz an der Kronlandbrücke hat jedoch der Oppum-Linner Bezirksvorsteher Hansjürgen Tacken Bedenken. Er sieht dort Bedarf für die Nutzung als Park & Ride-Platz für den nahegelegenen Bahnhof, als Parkplatz für Mitarbeiter des Ausbesserungswerks der Deutschen Bahn und als Platz für Schützenfeste, Oldie Night und Bürgerfeste.

An diese möglichen Hindernisse hat der Bauträger gedacht: „Wir haben zum damaligen Planungszeitpunkt mit dem Schützenverein Gespräche geführt, so dass ein neuer Festplatz im hinteren Bereich des Grundstücks bereits mit eingeplant wurde. Des Weiteren war mit den Betreibern der Lebensmittelmärkte vereinbart, dass die geplanten Pkw-Stellplätze bei Veranstaltungen mitgenutzt werden können.“

Tacken sieht jedoch ein weiteres Problem: Ein Nahversorger auf dem Festplatz wäre für weniger mobile Menschen kaum besser erreichbar als der schon bestehende Markt an der Ecke Heinrich-Malina-Straße, der unwesentlich weiter vom Ortskern entfernt liege. „Jeder, der einen Platz für nicht geeignet hält, sollte einen anderen vorschlagen“, kommentiert Wettingfeld den Einwand.