Nachwuchs forscht in Linn

Marcus und Katharina Thome wurden für ihre Untersuchungen der Wasserqualität rund um die Burg mit einem Preis ausgezeichnet.

Krefeld. Marcus Thome winkt bescheiden ab. Auf den Sonderpreis des Umweltministeriums angesprochen, mit dem er und seine Schwester Katharina beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ in Essen ausgezeichnet worden sind, sagt er nur: „Das ist eigentlich gar kein richtiger Preis.“ Da schaltet sich Lehrerin Katharina Werner ein. „Natürlich ist das ein richtiger Preis. Da könnt ihr stolz auf euch sein.“ Marcus’ Schwester Katharina gibt ihr recht: „Das finde ich aber auch“, sagt sie mit Nachdruck.

Nachwuchs forscht in Linn
Foto: Bischof, Andreas (abi)

Auf die Idee, sich an „Jugend forscht“ zu beteiligen, hat die Geschwister vor einigen Jahren ein Artikel in der Zeitung gebracht. Dort sei über ein mysteriöses Fischsterben im Linner Burggraben berichtet worden. „Und wir wollten wissen, warum das so ist“, erzählt die elfjährige Katharina.

Kurzerhand entschlossen sich die Geschwister, das Wasser im Burggraben genauer zu untersuchen. Das Gerät, mit dem sie heute noch regelmäßig Wasserproben nehmen, haben sie damals selbst konstruiert: Eine Flasche, die sie in einem mit Steinen beschwerten Netz auf den Grund des Wassers lassen. Der Deckel des Gefäßes lässt sich mit einer Schnur vom Uferrand aus abziehen. „Da kommen dann ganz viele Blubberbläschen raus“, erzählt Katharina. Auf diese Weise stelle sie sicher, dass sie nur Wasser vom Grund des Sees für spätere Tests abschöpft.

Heute wissen die Geschwister genau, warum die Wasserqualität an einigen Stellen zu wünschen übrig lässt. Zum Beispiel dort, wo ein Windstoß die Blätter von den Bäumen ins Wasser gefegt hat. Wegen der vielen Mikroorganismen, die sich an solchen Stellen besonders wohl fühlen, gleichzeitig aber dem Wasser den Sauerstoff entziehen. „Dadurch kippt das Wasser dann irgendwann um, und die Fische sterben“, erklärt der zwölfjährige Marcus.

Nicht ohne Stolz folgt Katharina Werner — sie leitet die Jugend-forscht-AG am Maria-Sibylla-Merian Gymnasium, in der die Geschwister ihre Forschungen betrieben haben — den Ausführungen des Nachwuchses. „Die AG ist sehr anspruchsvoll. Die Schüler müssen über einen längeren Zeitraum an einer Sache dranbleiben können“, sagt sie. Das könne nicht jeder.

Zu den Schülern, die am Ball geblieben sind, gehört auch Jannis Gorissen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Klebestifte zu testen. „Ich hatte einen Klebestift über Nacht offen stehengelassen, der war sofort eingetrocknet“, erzählt er. Bei einem anderen Stift sei ihm derselbe Fauxpas unterlaufen. Den Stift habe er allerdings weiterbenutzen können. Das habe ihn neugierig gemacht. Welche Marke er nach seiner ausgiebigen Testreihe favorisiert, will er allerdings nicht verraten. „Mal so, mal so“, sagt der Zwölfjährige, der mit seiner Forschungsarbeit in Essen den zweiten Platz belegt hat.

Auf Kochtöpfe hatten es die AG-Schüler Jonas Djurevci und Max Vanstraelen abgesehen. Auf die Idee seien sie beim Nudelkochen genommen. „Wir haben uns gefragt, warum das manchmal so lange dauert“, erzählen die 13-Jährigen. Und so haben beide jede Menge Wasser in jeder Menge Töpfe auf jeder Menge Herde gekocht, um einen Vergleich zu haben. Vom Nudelkochen haben beide jetzt erst einmal genug. Genau wie Marcus und Katharina vom Linner Burggraben. Die Geschwister haben bereits ein neue Forschungsprojekt vor Augen. Worum es geht, wollen sie allerdings noch nicht verraten.