Kreuzkirche könnte sich in Kunstschule verwandeln

Kreuzkirche könnte sich in Kunstschule verwandeln

Presbyterium will gewerbliche Nutzung ermöglichen — Stadt zeigt kein Interesse an dem Gebäude.

Krefeld-Oppum. Das letzte Stündlein der Oppumer Kreuzkirche hat im Juni 2008 geschlagen. Seitdem bemüht sich die evangelische Kirchengemeinde, das entweihte Gebäude an der Thielenstraße einer anderen Nutzung zuzuführen.

„Der erste Plan, dieses Gotteshaus in eine Grabeskirche umzuwandeln, ist aus finanziellen und personellen Gründen nicht umsetzbar“, schreibt Presbyterin Thekla Klein-Thauer in einem Brief, der der Redaktion vorliegt.

Andere angedachte Nutzungen seien auch nicht möglich. „Wie uns die Stadt mitgeteilt hat, gibt es von Seiten der Schulverwaltung keinen Erweiterungsbedarf für die angrenzende Grundschule. Auch der Fachbereich Jugendhilfe braucht keinen Platz für eine weitere Tageseinrichtung an dieser Stelle.“

Es gebe jedoch andere Interessenten. „Damit sie zum Zuge kommen können, möchten wir, dass der Bebauungsplan geändert wird.“ Er soll von einer Gemeinde-Bedarfsfläche in einen Bereich für ein allgemeines Wohngebiet umgewandelt werden.

Anfragen für eine gewerbliche Nutzung — beispielsweise als Kunstschule — liegen dem Presbyterium vor. „Gespräche und Ortsbesichtigungen wurden dazu unter Vorbehalt schon durchgeführt“, so die Presbyterin in ihrem Schreiben. „Darüber hinaus möchten wir das Gebäude auch über einen Makler professionell auf dem Immobilienmarkt anbieten.“

Eine gewerbliche Nutzung würde es ermöglichen, das Gebäude für die Kirchengemeinde weiterhin zu erhalten. „Dies ist für uns als Leitungsorgan von besonderer Bedeutung, denn der Verlust der Kreuzkirche als Predigtstätte ist in unserer Gemeinde noch nicht verwunden.“

Problematisch sei, dass die Gemeinde derzeit für die Bauunterhaltung jährlich Kosten in Höhe von fast 10 000 Euro hat, obwohl das Gebäude nicht genutzt wird. „Diese Kosten schmälern in erheblichem Maße unseren Etat. An einer zügigen und vereinfachten Abwicklung der B-Plan-Änderung wäre uns daher sehr gelegen.“

Mit diesem Schreiben hat sich die Kirchengemeinde an die Mitglieder der Bezirksvertretung Oppum-Linn gewandt und bittet um Unterstützung für eine zügige Entscheidung.

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