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Oppum

Hier wächst eine Gesamtschule

Hier soll bis Ende 2021 ein Komplex mit Aula, Mensa und mehr entstehen. FOTO: ja / Dirk Jochmann (DJ)

Oppum Die Gesamtschule in Oppum wird während des laufenden Schulbetriebs um- und ausgebaut. Ein Ausblick.

Wer sich der Gesamtschule Oppum nähert, kann es nicht übersehen: Hier wird im großen Stil aus- und umgebaut. Der Baukran überragt das Gelände an der Schmiedestraße. Beim symbolischen Spatenstich in der Baugrube für einen neuen Gebäudetrakt wirken die Verantwortlichen von Stadt, Bauunternehmen, Planungsbüro und Leiterin der Schule vom Schulhof aus gesehen winzig.

Für alle sei das Vorhaben, das laut Baudezernent Marcus Beyer ein „Kostenvolumen“ von 23,6 Millionen Euro hat, eine Herausforderung. Der Grund: Es wird während des laufenden Schulbetriebs saniert und neu gebaut. Dort, wo jetzt noch mit Bagger und Kran gearbeitet wird, soll in Zukunft unter anderem das im rechten Winkel an den Straßenbahnschienen liegende Gebäude D mit Aula, Mensa, Bühne, musisch-künstlerischen Räumen und einem Selbstlernzentrum entstehen. Die gesamte Baumaßnahme liegt laut Bauunternehmen im Zeitplan. Das bedeutet, dass die Arbeiten — wenn weiter alles nach Plan läuft — bis zum Ende des Jahres 2021 abgeschlossen werden können.

Die Schule braucht Platz für die steigende Zahl der Schüler

Neben der Modernisierung geht es vor allem auch um Platz für künftige Schüler. Derzeit sind es bis zum achten Jahrgang rund 600. Gestartet ist die fünfte Gesamtschule Krefelds 2016 mit der fünften Jahrgangsstufe. Jedes Schuljahr kommen also fünf Klassen mit je 30 Schülern hinzu, erklärt Schulleiterin Birgit Oelmüllers-Hoff.

Die Umbauarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Realschule am Sandberg sind Anfang des Jahres gestartet. Der Umbau soll insgesamt Platz für 1100 Schüler und 120 Lehrer schaffen. Derzeit ist der Schulbetrieb vor allem in der Pause beeinträchtigt, erklärt Schulleiterin Oelmüllers-Hoff. Durch die Baustelle sei der Hof „beengt. Ich hoffe, dass Gebäude C bald fertig ist“, sagt die Schulleiterin. Ende des Jahres soll es soweit sein. Der Trakt, dessen Bestandsgebäude parallel zur Schmiedestraße verläuft, soll dabei unter anderem mit einer großen Glasfassade einen Abschluss für das Schulgelände bilden.

Daneben soll laut Planung ein „einladender eingeschossiger Holzbau“ entstehen, der Raum für Werkunterricht und eine WC-Anlage bieten soll. Bei der Planung seien auch pädagogische Argumente eingeflossen, erklärt die Schulleiterin. In den Lehrplänen komme es mehr und mehr auf Kompetenzen an. Schule bereite damit vor allem auf das Berufsleben vor, so Oelmüllers-Hoff.

Dieser Gedanke sei ebenfalls in die Planungen eingeflossen. So solle der Flur „kein toter Raum“ sein. Statt reinen Durchgangsräumen sollen „Nischen“ oder „Inseln“ für Teamarbeit zum Zurückziehen oder als Ausstellungsmöglichkeiten für Schülerarbeiten geschaffen werden. Denn die Schüler müssten auch lernen, sich zu präsentieren, sagt die Schulleiterin. Dem Planungsbüro SSP aus Bochum sei es wichtig gewesen, dass Geld „in Steine“ und nicht in „provisorische Container“ für Schüler investiert werden kann, erläutert Architekt und Teamleiter Marius Scheffer.

Der Plan für den Umbau: Rötlich eingefärbt sind Gebäude oder Erweiterungen, die neu gebaut werden.  FOTO: Grafik Planungsbüro SSP

Markus Schön, Beigeordneter für Jugend, Bildung, Integration, Migration und Sport, betont unter anderem, dass auch 18 Inklusions- und Differenzierungsräume eingerichtet werden. Das sind laut Schulleiterin Oelmüllers-Hoff Räume, die etwa Sonderpädagogen oder anderen Lehrkräften die Möglichkeit bieten, Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf etwas in Ruhe zu erklären oder ihnen eine Auszeit zu geben.

Sanierungen und der Neubau zweier Komplexe orientiere sich am „neusten Stand der Technik“, sagt Rachid Jaghou, Leiter des Zentralen Gebäudemanagements der Stadt. Ein Ziel dabei: Die Schüler sollen sich in den Gebäuden wohl fühlen. Zum Beispiel würden auch Terrassen und andere Aufenthaltsmöglichkeiten eingerichtet. Zudem sei er zuversichtlich, dass es trotz steigender Kosten im Bausegment bei den eingeplanten Kosten bleibt. Dass sich der Aufwand und die Kosten lohnen, davon ist Oberbürgermeister Frank Meyer offenbar überzeugt.

Beim Gespräch nach dem Spatenstich nennt er das Projekt die größte Maßnahme der Schulbauoffensive „Krefeld macht Schule“. Er höre immer wieder, dass Eltern mit der pädagogischen Arbeit der Gesamtschule Oppum schon jetzt zufrieden sind. Ein Lob, das Schulleiterin Birgit Oelmüllers-Hoff gerne annimmt. Sie verspricht, dass neue Räume und moderne Ausstattung nicht die einzigen Änderungen sein werden. Die Schule werde sich auch pädagogisch neu aufstellen.