Freizeit : Hundefreunde haben eine neue Bleibe

Die Mitglieder des Vereins für Deutsche Schäferhunde beziehen 13 000 Quadratmeter großes Gelände an der Heinrich-Malina-Straße

Die Mitglieder des Vereins für Deutsche Schäferhunde haben ihr neues Gelände an der Heinrich-Malina-Straße bezogen. Es ist ihre dritte Bleibe, seitdem sie sich 1909 an der Grotenburg gegründet hatten. Der Wegzug vom Festplatz neben der Kronlandbrücke als zweitem Standort war notwendig geworden, weil dort der „Marktplatz Oppum“ mit Lebensmittelläden errichtet wird. Zwischen Oppum und Linn fühlen sich Mensch und Hund auf 13 000 Quadratmetern jetzt „sehr wohl“, wie Vorsitzender Frank Heghmans sagt.

Vorsitzender Heghmans: „Wir haben viel in Eigenleistung erledigt“

Im Vereinsheim, das die naheliegende und scherzhafte Bezeichnung „Hundehütte“ trägt, werden von Fachleuten gerade noch die letzten Arbeiten an der Elektrik erledigt. „Ansonsten haben wir mit einem ,harten Kern’ von fünf Mitgliedern viel in Eigenregie erledigt“, berichtet der Vorsitzende. „Es waren sechs Monate harte Arbeit.“

Das Vereinsheim steht in der Mitte des großen Geländes. „Es ist aus Holz, somit pflegeleicht und dient in Skandinavien als Ferienhaus“, erklärt Heghmans. Die Hundefreunde haben das Wohnzimmer in einen Clubraum mit Theke verwandelt und das Schlafzimmer zum Büro umfunktioniert. Küche und Vorratsraum passten ohnehin. Alle Fenster wurden vergittert. Die Einweihung erfolgt nach der Pandemie. Draußen fällt der Blick auf der einen Seite auf die ICEs, die im Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn auf Wartung warten. Auf der anderen Seite fließt der Verkehr auf der Heinrich-Malina-Straße. „Hier war früher alles bewaldet. Das Gelände wurde für die Brücke aufgeschüttet. Große Baumaßnahmen sind nicht möglich“, erzählt Heghmans. Für die Hundeliebhaber sei es ideal.

Die Vierbeiner werden
in drei Disziplinen ausgebildet

Mit der Entschädigung der Stadt für Clubhaus und Gelände an der Kronlandbrücke sei es möglich gewesen, die neue „Hundehütte“ zu kaufen, das Gelände vom Wildwuchs abzuholzen und einzäunen zu lassen und den Boden neu einzusäen. Jetzt steht der eigentlichen Arbeit, die Herrchen und Hund gleichermaßen viel Spaß macht, nichts mehr im Weg. Heghmans erklärt, wie es geht: „Die Vierbeiner werden in drei Disziplinen nach der internationalen Prüfungsordnung für Gebrauchshunde ausgebildet.“

Die Hunde müssen in der Lage sein, eine Fährte auszuarbeiten, ihren Gehorsam in der Unterordnung nachzuweisen und ihre Verteidigungsbereitschaft für sich und ihren Hundeführer im Schutzdienst einem Scheintäter gegenüber zeigen. Diese drei Bereiche werden wiederum in drei Schwierigkeitsstufen geprüft. Dies sei wichtig für die Schäferhunde, da sie keine Schafherde mehr zu hüten haben, aber kopfmäßig ausgelastet werden müssten. Das alles mache Spaß und Sinn.

Nektor von der Sandkautschneise ist der Siebenjährige von Heghmans und kann dies alles. „Es ist wichtig, dass die Tiere ausgebildet sind“, sagt der Vorsitzende. „Denn der Verkehr samt Fahrradfahrern und Joggern ist groß. Da müssen sie sich gut verhalten.“