Entsorger hat Gelbe Tonnen zu spät abgeholt

Stadt Krefeld hat Beschwerde beim Dualen System eingelegt. Firma Borchers bittet um Verständnis.

Krefeld. Laut Anliegern in Linn hat es wieder bei der Abfuhr der Gelben Tonnen gehakt. „Entweder wurde der Müll erst Tage später oder abends abgeholt“, beschwert sich zum Beispiel Michael Neifer, der an der Ostpreußenstraße wohnt und erklärt: „Problematisch daran ist, dass Elstern und Raben die Gelben Säcke aufreißen und zerfleddern und dann möglicherweise Ratten angelockt werden.“

Des Weiteren, bemängelt Neifer, könnte man den Eindruck gewinnen, dass auch Ruhezeiten nicht ganz so genau genommen werden, wenn abends gegen 22 Uhr noch Fahrzeuge der Firma Borchers, die für das Einsammeln der Säcke zuständig ist, durch die Straßen fahren. Der Anlieger steht mit seiner Kritik nicht alleine da. Bis zum Ende der vergangenen Woche sind laut Pressesprecher Dirk Senger bei der Stadt zahlreiche Beschwerden über nicht geleerte gelbe Tonnen eingegangen. Ganze Straßenzüge in verschiedenen Bezirken seien nicht abgefahren worden. Die Stadt Krefeld leite die Beschwerden der Bürger konsequent an die Firma Borchers weiter und bitte um kurzfristige Abfuhr.

Aufgrund der „anhaltenden berechtigten Beschwerden der Bürger“ habe die Stadt Krefeld außerdem die Duales System Deutschland GmbH (DSD) angeschrieben, welche die Sammlung und Verwertung von Verpackungen mit Grünem Punkt organisiert.

Das Schreiben beinhalte die dringliche Bitte, dafür Sorge zu tragen, dass die Systemabfuhr durch die von DSD beauftragte Firma Borchers termingerecht, das heißt 14-tägig durchgeführt wird.

Zudem weist Senger daraufhin, dass in der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung geregelt ist, dass in Wohngebieten Müllfahrzeuge an Werktagen nur in der Zeit von 7 bis 20 Uhr fahren und laden dürfen.

Die DSD hat bereits Kontakt zur Firma Borchers aufgenommen. „Wir arbeiten die Probleme gerade sehr genau mit der Firma Borchers auf, um solche Fälle in Zukunft zu vermeiden“, sagt Pressesprecher Norbert Völl.

Die Firma Borchers selbst gibt zu, dass es in den vergangenen Wochen Schwierigkeiten bei der Abfuhr des Mülls gab, und bittet dafür um Verständnis. „Wir hatten in den letzten 14 Tagen Probleme mit krankem Personal“, erklärt Geschäftsführer Bernhard Strotmeier. Dadurch sei einiges aufgelaufen, so dass Fahrer teilweise auch in den Abendstunden unterwegs gewesen seien. „Wir haben aber alle Autos mobilisiert, im Moment gibt es keine Probleme mehr“, verspricht Strotmeier.

Vor wenigen Tagen hatte der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft gewarnt, dass bei den Dualen Systemen die für 2014 bestehende Finanzierungslücke, die gestern laut DSD noch eine Höhe von 20 Millionen Euro hatte, noch nicht geschlossen sei. Dadurch liefen Entsorger Gefahr, die erbrachte Leistung nicht hinreichend entlohnt zu bekommen, warnte der Verband in einer Pressemitteilung. Mit der Befürchtung, auf den Kosten sitzen zu bleiben, habe die verzögerte Abfuhr aber nichts zu tun, sagt Strotmeier: „Die Dualen Systeme fahren in diesem Jahr eine riskante Linie. Aber wird sind ganz sicher, dass es irgendwie gelingen wird, die Finanzierungslücke zu schließen.“

Dass die Abfuhr in dieser Woche wieder besser zu funktionieren scheint, kann die Verwaltung bestätigen: „Seit Beginn dieser Woche haben die Beschwerden deutlich abgenommen“, heißt es aus dem Presseamt.