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Stadtrundgang Oppum: Ein Willkommenssignal an die Krefelder Neubürger

Stadtrundgang Oppum : Ein Willkommenssignal an die Krefelder Neubürger

Der zweite Rundgang von Flüchtlingen mit Uli Pudelko führte diesmal durch den Stadtteil Oppum.

Krefeld. Die herbe Schönheit Oppums ist das Ziel der bunten Truppe, die von der Schutzengelpfarre über die Kronlandbrücke bummelt. Menschen aus Syrien, Albanien, Serbien, Eritrea, Ghana, Ägypten und anderen Ländern sind dabei. Es sind Menschen, die bei uns um Asyl ersuchen. Vorweg der „Mann mit der Mütze“, Stadtführer Uli Pudelko.

Es ist der zweite Stadtrundgang für Flüchtlinge, die Lars Meyer vom Forum Eltern und Schule (Fesch) in Zusammenarbeit mit der Emmaus-Gemeinschaft und den Kirchengemeinden organisiert. Meyer ist sehr zufrieden. Mehr als fünfzig Interessenten haben sich zum Frühstück eingefunden. „So viele haben wir nicht erwartet. Es zeigt aber, dass unser Angebot angenommen wird.“ Für den 24. Oktober kündigt Meyer jetzt schon den nächsten Termin, diesmal wieder in der Innenstadt, an.

Nach dem humorvollen Rundgang, bei dem unter anderem das Bahn-Ausbesserungswerk, das Berufskolleg Glockenspitz, die Kirche Pax Christi, der Oppumer Bahnhof, der Grüngürtel an der Johansenaue und nicht zuletzt das grüne Juwel des Stadtteils, der botanischen Garten, berührt werden, treffen sich die Rundgänger ziemlich müde zum vegetarischen Eintopfessen mit Musik im Gemeindesaal der katholischen Schutzengelpfarre an der Hauptstraße. Deutsch wird ins Englische übersetzt und weiter in die unterschiedlichsten Sprachfamilien.

Alleine neun junge Männer stammen aus dem ostafrikanischen Land Eritrea. Sie sind alle knapp über 20 Jahre alt und vor dem Unterdrückungsregime von Diktator Isaias Afewerki geflohen. Sie leben derzeit im Flüchtlingsheim an der Westparkstraße, an der Philadelphiastraße, an der Geldernschen- und hier in Oppum an der Hauptstraße. Daniel Eskader freut sich über die Abwechslung: „Wir sind sehr froh, dass wir die Möglichkeit haben, mit vielen unterschiedlichen Menschen zu sprechen, uns über unsere und die Kultur in Deutschland zu unterhalten. Wir erfahren dabei viele neue Dinge über die Stadt, in der wir derzeit zu Hause sind.“

Benardo Keputa (17) und sein vier Jahre jüngerer Bruder und ihre Eltern sind zur Zeit in der Halle Glockenspitz untergebracht. Dem jungen Mann aus der albanischen Hauptstadt Tirana geht es vor allem um das Kennenlernen der Stadt und seiner Menschen: „Ich freue mich darüber, hier in der Gemeinde so freundlich und herzlich aufgenommen zu werden.“

Ursula Deggerich arbeitet aktiv mit im Arbeitskreis Flüchtlinge unter dem Dach der Kirche in Oppum. Der kümmert sich vorwiegend um die Probleme der rund 130 Menschen, die in der Halle Glockenspitz untergebracht sind. Unter anderem bietet der Arbeitskreis dort Deutsch-Kurse für die Flüchtlinge an. „Wir wollen mit dem gemeinsamen Frühstück, dem Rundgang und dem Mittagessen danach ein Willkommenssignal setzen. Wir möchten ihnen den Ort näher bringen, in dem sie jetzt leben und auch praktische Tipps geben, wo man was einkaufen kann, zum Beispiel“, sagt Ursula Deggerich.