Linn: Ein nagelneuer Pranger für den Nachtwächter

Linn: Ein nagelneuer Pranger für den Nachtwächter

Bei den Führungen durch den historischen Ort werden nur noch die Arme der Delinquenten arretiert.

Krefeld. Einen neuen Pranger nach historischem Vorbild hat der Linner Nachtwächter Heinz-Peter Beurskens nun von einem befreundeten Schreiner aus Essen gefertigt bekommen. „Dieser Pranger war früher ein Folterinstrument und sollte nicht mit dem „Schau“-Pranger verwechselt werden, der im Mittelalter auf dem Linner Andreasmarkt gestanden hat,“ erläutert der Nachtwächter.

In „seinen“ Pranger — der jetzt auch besonders stabile Beschläge hat, damit sich keiner so leicht selbst befreien kann — kommen bei seinen Führungen in aller Regel ein oder zwei Teilnehmer, normalerweise aber nur für kurze Zeit. „Dies erfolgt zur Buße oder zur Abschreckung“, schmunzelt Beurskens.

Während früher die Delinquenten mit Armen und Beinen in den Pranger mussten, was sehr schmerzhaft war, beschränkt sich der Linner Nachtwächter heute darauf, seine „Opfer“ nur mit den Armen zu arretieren. Der alte, zwischenzeitlich „etwas blutige“ Pranger kommt weiter bei den Führungen mittwochs im Cafe Konkurs zum Einsatz.

Der neue Pranger findet seine Heimat im Restaurant Op de Trapp für die Gourmet-Führungen an einigen Donnerstagen. Die neuen Führungen des Linner Nachtwächters beginnen Ende September. Da auch einige neue historische Anekdoten bei seiner Führung erzählt werden, bietet sich auch ein Wiederholungsbesuch an.

Im Cafe Konkurs können bereits jetzt die Karten für die „normalen“ Nachtwächterrunden mit Eintopfessen für 17 Euro erworben werden. Diese Führungen finden dann jeden Mittwoch ab Anfang Oktober (außer im Februar) statt. Die Karten sind im Cafe Konkurs in der Issumerstraße erhältlich (donnerstags bis samstags ab 19 Uhr, Telefon 5315343).

Der Reinerlös dieser Führungen geht an die Linner Museen. Mit viel Humor wird jeweils über Hexenverfolgungen und Hochwasser berichtet und die Teilnehmer im Laternenschein durch die mittelalterliche Stadt geleitet. Zudem gibt es Gourmet-Führungen.

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