Oppum : 440 Kilo Möhren gespendet

Derzeit betreut Annemarie Hendricks über 50 vernachlässigte Pferde, Ponys und Esel auf dem 300 Jahre alten Hof in Oppum.

Krefeld. „Männer mag Mandingo überhaupt nicht“, sagt Annemarie Hendricks. Sie zeigt einen 17-jährigen Fuchs von schöner Statur, den sie einst vor dem Schlachter rettete. Mandingo ist ein Langhaar-Pferd, das früher misshandelt wurde, vor etwa einem Jahr mit abgeschnittenem Schweif und Mähne auf den Oppumer Gnadenhof kam.

Mandingo ist einer der vielen Tiere, die dort ihr letztes friedliches Zuhause gefunden haben. Und da es diese besondere Heimstätte beziehungsweide den Verein seit nunmehr 15 Jahren gibt, wurde jetzt an der Hauptstraße an zwei Tagen das Jubiläum ein wenig gefeiert.

Derzeit sorgt und kümmert sich Annemarie Hendricks (52) auf ihrem über 300 Jahre alten Hof um 25 Großpferde, 23 Ponys und vier Esel. Ihr ältester tierischer Bewohner ist der 44-jährige Pony-Schimmel „Benno“, der seit acht Jahren in ihren Stallungen steht. „Der Halter war damals verstorben, Benno sollte eigentlich zum Schlachter“, erinnert sich die engagierte Vorsitzende des „Oppumer Vereins für notleidende Pferde und Ponys“.

Seit etwa einer Woche ist die vierjährige Stute „Brauni“ bei ihr. Sie hatte sich den Lendenwirbel ausgerenkt und dem früheren Besitzer waren die Arztkosten zu hoch. Dr. Udo Zehl von der Tierärztlichen Klinik in Meerbusch renkte den Wirbel wieder ein. Annemarie Hendricks: „Dennoch bleibt Brauni hier, denn der Wirbel könnte jederzeit wieder rausspringen.“

Seit etwa vier Wochen ist „Soledo“ da: Der spanische Fliegenschimmel , 14 Jahre alt, war durch Tritte gegen das Vorderbein schulterlahm geworden, hatte darüber hinaus gleich vier Geschwüre an einem Huf. „Auch für ihn suche ich noch eine Patenschaft“, hofft Annemarie Hendricks.

Mittlerweile hat sie 15 feste Paten, die sie mit jährlich zehn bis 250 Euro unterstützen. Und beim Jubiläum kamen neue Freunde des Hofes und der lädierten und in die Jahre gekommenen Vierbeiner dazu.

„Die Arbeit hier kann man nicht hoch genug bewerten“, sagten Hans und Anneliese Godau, die aus der WZ den Termin erfahren hatten und auch eine kleine Geldspende da ließen. Gleich mit 440 Kilogramm Möhren kam die Fischelnerin Edda Langhorst. Sie hatte die Futtermöhren in 20-Kilo-Säcken von jeweils drei Euro von einem Schiefbahner Möhrenhandel bekommen. Die 69-Jährige hatte auch Bares dabei: Da sie schon lange eine „Hundesitterin“ ist und dafür kleinere Geldbeträge als Spende bekommt, übergab Edda Langhorst diesmal den Inhalt einer Eulen-Spardose, 260 Euro, an den Verein.

Eine wertvolle Hilfe ist Annemarie Hendricks ihre Freundin Sabine Giebel. Ab und an helfen stundenweise Ein-Euro-Jobber oder Straftäter, die dort ihre Sozialstunden ableisten müssen. Die Aktivitäten beim Jubiläum, so der Essens- und Getränkeverkauf oder eine Tombola, brachten außerdem etwa Geld in die Kasse. Es unterhielt die Krefelder Folk-Band „Rascal‘s Corner“.