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Stadtbezirke im Visier: Die Vision vom grünen Süden

Stadtbezirke im Visier: Die Vision vom grünen Süden

Kölner Straße, Regenbogenschule, Parkplätze und Stadtterrasse stehen auf der Agenda.

Krefeld-Süd. Der Süden soll grüner und schöner werden. Und: „Der Erhalt der Regenbogenschule an ihrem jetzigen Ort, die Lösung der Parkplatzprobleme an den Krankenhäusern Maria Hilf, Alexiander und Helios und die Verbreiterung der Kölner Straße sind weitere Themen und Anliegen, die auf der Agenda der Bezirksvertretung Süd in diesem Jahr stehen“, sagt Bezirksvorsteher Martin Brendle.

Positive Signale gehen für ihn vom Projekt „Stadtterrasse“ aus. Brendle: „Es hat für den Krefelder Süden eine sehr große Bedeutung.“ Dieser grüne Bereich soll auf 6000 Quadratmetern auf dem Dach des Südbahnhofs entstehen — vielleicht mit einem Biergarten. Die Realisierungskosten hierfür werden auf etwa 500 000 Euro geschätzt. Rund 60 000 Euro könnte der Architekten-Wettbewerb kosten. Das Vorhaben könnte schon in diesem Jahr in Schwung kommen. „Nach der erfolgreichen Reaktivierung des Südbahnhofs würde diese Grünanlage zu einer Aufwertung des Bereiches am Bahndamm führen.“

Die Stadtterrasse kann von allein funktionieren, aber auch Startschuss für die Bahnpromenade und dann ein Teil von ihr sein. Der Förderantrag für das Programm Stadtumbau-West wurde bereits 2011 gestellt. „Wir erwarten den Bescheid der Bezirksregierung im Oktober oder November“, so Brendle. Die Bahnpromenade ist die grüne Lebensader, die von Forstwald über die Innenstadt bis hin nach Uerdingen reichen soll. Diese Vision existiert seit über zehn Jahren.

In diesem Bezirk könnte die Promenade — mit Anstoß am Südbahnhof — weiter führen über die Kölner Straße bis zum Südausgang des Bahnhofs. „Hier suchen wir rechts und links nach investitionswilligen Menschen. Am Willy-Brand-Platz gab es bereits einen Investor für ein Arkadenhaus“, sagt Brendle. „Ihm fehlte noch ein Ankermieter.“ Auch zur Kölner Straße hin müsse in Sachen Bebauung etwas geschehen, damit alleine schon die vielen hässlichen, 12 500 Euro teuren Poller wegfallen würden.

„Es wäre ein Traum, die Kölner Straße schön und breit zu gestalten“, findet der Bezirksvorsteher. „Der Mietvertrag für den Kiosk muss noch eingehalten werden, dann wird dieses Hindernis beseitigt sein.“ Nach Meinung des Vorstehers wäre es gut, das Stück Kölner Straße ab Ritterstraße in Richtung Innenstadt nur für den ÖPNV freizugeben.

Er würde sich freuen, wenn die verwahrloste Ecke an Ritterstraße und Ring endlich eine Bestimmung bekäme. „Dort war während der Fußball-EM 2008 eine Strandbar“, merkt er an. „Das Gelände gehört zu 80 Prozent der Bahn AG. 20 Prozent sind städtisch.“

Für den Erhalt der Regenbogenschule an ihrem jetzigen Standort spricht für Brendle die Tatsache, dass 90 Prozent der Kinder aus ihrem Einzugsbereich kämen und nur zehn von Stahldorf. Alle Regenbogenschüler müssten über die Gath nach Fischeln gehen. „Man kann die Kinder doch nicht durch diesen Verkehr schicken“, sagt Brendle. „Auch das Kollegium und die Eltern sind für den jetzigen Standort.“ Zwar gehen die Mädchen und Jungen bereits dorthin zum Turnen, aber immer mit zwei Personen als Begleitung.

Ein weiterer Aspekt ist die Bedeutung der Schule für die Integration: „Im Umfeld der Regenbogenschule leben Familien unterschiedlicher Religionen, Kulturen und sozialer Strukturen.“ Die Schulfeste strahlen in die ganze Umgebung. Außerdem weist er darauf hin, dass es kurzsichtig sei, die Schule nur aus Kostengründen zu verlegen: „Fehlende Integration wird uns am Ende viel teurer zu stehen kommen.“

Die jungen Leute bekommen ihre lange geforderte „legale Wand“ im Süden der Stadt, auf dem Voltaplatz, zwischen Skater- und Parkplatz. Darauf können Sprayer ihre Graffiti-Kunstwerke ungestraft der Öffentlichkeit präsentieren. Die Fläche wird regelmäßig weiß überstrichen, um stets eine neue Unterlage zu haben. „Wir haben dem Projekt des Jugendbeirates gerne zugestimmt.“

Die jungen Leute möchten neben der Wand dort auch eine Bank und eine Laterne haben, um in den Abendstunden — bis 22 Uhr — arbeiten zu können. Der Platz eigne sich, da der Skater-Platz sowieso ein Szene-Treffpunkt sei und eine perfekte, zentrale Lage habe. Außerdem sei die Wiese gut einsehbar, so dass die Graffiti-Werke auch eine Öffentlichkeit hätten, erläutern die jungen Beiräte.

Um die Parkplatzsituation am Alexianer Krankenhaus zu entschärfen, soll die Buslinie 57 über das Krankenhausgelände geleitet und am Dießemer Bruch eine Ampel installiert werden. „Wir hoffen, das Geld dafür in den Etat für 2013 stellen zu können.“ Wie die Bereiche ansonsten von zu vielen Fremdparkern entlastet werden können, ist noch offen.

„Die Verwaltung will uns einen Bericht vorstellen“, erklärt Brendle. „Anwohnerparken, falls dies in Erwägung gezogen wird, darf aber nicht nur für einige wenige privilegierte Straßen gelten, sondern muss dann flächendeckend eingerichtet werden.“