So klingen die Stadtteile: Yeah I Know - Hier haben die Schwestern das Kommando

So klingen die Stadtteile: Yeah I Know - Hier haben die Schwestern das Kommando

Aylin und Sibel Sarvan wollten schon immer zusammen Musik machen. Vor einem Jahr gründeten sie die Band Yeah I Know.

Krefeld-Dießem. Die Beziehung von Schwestern ist etwas Besonderes und nicht immer einfach. Einige verbindet eine innige Freundschaft, andere eine erbitterte Rivalität, und manche schwanken zwischen Liebe und Hass hin und her. Wer aber die Krefelderinnen Aylin und Sibel Sarvan kennenlernt, merkt sofort: Die beiden sehen sich nicht nur ähnlich, sondern sind ein Herz und eine Seele — auch musikalisch.

Obwohl sechs Jahre zwischen ihnen liegen, haben sie gemeinsam erfolgreich die Boygroup-Klippen in der Teenagerzeit umschifft, um danach das Rock-Universum in all seinen Dimensionen für sich zu entdecken.

Sibel, mit 26 Jahren die Ältere, war dabei zwangsläufig die Vorreiterin. Sie machte die kleine Aylin erst zur Take-That-Anhängerin, um ihr danach die Ramones oder Kiss nahe zu bringen. „Wir wollten schon lange zusammen eine Band gründen“, erinnert sie sich. „Aber in die Tat umgesetzt haben wir das erst vor ungefähr einem Jahr.“

Der ursprüngliche Plan war: Aylin stellt sich hinters Mikro und lernt, Bass zu spielen, Sibel übernimmt den Part am Schlagzeug, und die beiden machen sich auf die Suche nach einem Gitarristen. Der war auch schnell gefunden — dank des Internets. David Wollschläger, erst kürzlich von Aachen nach Krefeld gezogen und als Songschreiber sehr aktiv, meldete sich auf eine Annonce der Schwestern. Die Chemie zwischen ihnen stimmte auf Anhieb, und so musizierten sie ein halbes Jahr lang zu dritt.

Zu ihrem Bandnamen Yeah I Know inspirierte sie die schwarzhumorige Sketch-Show „Little Britain“. Andy Pipkin, eine Figur aus der Serie, wiederholt diese Phrase ständig. „Wir haben echt lange überlegt“, erzählt David Wollschläger. „Doch als dieser Vorschlag fiel, wussten wir sofort: Das ist es!“

Das Trio traf sich regelmäßig in seinem Proberaum am Dießemer Bruch, die ersten Songs wurden komponiert, doch mit dem Bassspielen wollte es bei Aylin Sarvan nicht so recht vorangehen. „Der Abi-Stress“, sagt sie schmunzelnd. „Da kommt man doch zu nix.“

Zum Glück lernten sie im Netz den Bassisten Sebastian Geßmann kennen. Und vor rund einem Monat gesellte sich dann der Gitarrist Florian Ernenputsch, ein Freund von Wollschläger, dazu. „Der hing vorher sowieso ständig in unserem Proberaum ab“, erzählt Aylin Sarvan. „Da haben wir uns gedacht, dass er sich auch nützlich machen kann.“

An ihrem eigenen Sound feilen Yeah I Know noch, momentan bewegt er sich in die Alternative- und Punk-Richtung. 16 Songs hat die Band bereits fertiggestellt, darunter keine einzige Coverversion. „Jeder darf bei uns seine eigenen Ideen umsetzen“, sagt Sibel Sarvan. Allerdings wolle man „keine Musik für Emos machen“, also für Anhänger jener eher melancholischen Jugendszene, die vornehmlich an den dunklen Röhrenjeans und gestreiften oder karierten T-Shirts zu erkennen sind.

Politisch will die Band nicht werden. „So Punk sind wir dann doch wieder nicht“, sagt David Wollschläger. „Unsere Musik soll Spaß machen — den Zuhörern und uns.“ Ein Paradebeispiel dafür ist der lustige Song „Gary Barlow“, eine Hommage an das Take-That-Mitglied. Mehr als 1000 Mal wurde das Video dazu bereits auf Youtube angeklickt. Das Lied stammt aus der Feder von Aylin Sarvan. „Irgendwie musste ich mein Mitläufertrauma ja verarbeiten“, sagt sie lachend.

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