Krefelder baut Vögeln Schlösser statt Häuschen

Basteln : Krefelder baut Vögeln Schlösser statt Häuschen

Mit einer harmlosen Suche im Baumarkt fing alles an: Als Peter Klebs für seinen Garten nicht das richtige Zuhause für Piepmatz und Co. fand, bastelte er ihnen einfach ein bekanntes Schloss in Miniatur.

Nicht jeder kann heutzutage von sich behaupten, Herr eines Schlosses zu sein. Peter Klebs – beziehungsweise sein Enkel – können das schon. Hoch ragen die Türme des Herrschaftshauses gen Himmel, in der Hoffnung bald Gäste empfangen zu können. Denn bei dem prächtigen weißen Schloss, das Neuschwanstein nachempfunden ist, handelt es sich um ein Vogelhäuschen – ein Hochzeitsgeschenk für seinen Enkel: „Mein Enkel und seine Verlobte sind Disneyland-Fans. Darum kam die Idee, ein Schloss zu bauen. Außerdem lieben sie Schloss Neuschwanstein,“ erzählt Klebs.

Für seine Vogelhäuschen nutzt er Siebdruckplatten. Die sind besonders stabil und wasserabweisend. So sind Klebs Bauwerke gut für den Garten und unterschiedliche Wetterbedingungen geeignet. Um Vogelfutter in das Häuschen zu bekommen, hat der Hobbyhandwerker eine Röhre in die Mitte des Daches eingebaut. Sie führt in das Innere des Vogelhäuschens, lässt zum Boden hin aber eine breite Spalte offen. Hier kann das Futter sich verteilen, wenn es oben hineingeschüttet wird. Zur Zierde hat Klebs einen Stopfen angefertigt, so dass die Futterröhre wie eine Weinflasche verschlossen werden kann. Oben auf dem Stopfen thront ein kleines Vogelnest mit einer Storchenfamilie.

Bei Familienmitgliedern und Freunden sorgen die Vogelhäuschen von Peter Klebs für große Begeisterung. Er betreibt damit jedoch kein kommerzielles Gewerbe, sondern fertigt nur für Familie und Freunde an: „Die Leute kommen auf mich zu und wünschen sich die Häuschen. Es macht mir einfach Spaß sie herzustellen“, sagt Klebs. Seit vielen Jahrzehnten lebt Klebs in seinem Haus und pflegt seinen Garten: „Zehn Vogelarten kenne ich mittlerweile, die regelmäßig in meinem Garten sind“, erzählt er. Nistkasten und Vogelhäuschen wollte er den Vögeln hinstellen, doch im Laden gefiel ihm nichts. Dann dachte er sich: „Das kann ich auch selbst.“ Sein erstes Häuschen steht heute noch in seinem Garten, drei hat er mittlerweile selbst, alle in seiner Garage angefertigt.

Das ist zeitaufwendig, aber die Details können sich, wie im Falles des Schlosses, sehen lassen. Für das Mauerwerk arbeitete Klebs sehr kleinteilig: Rund um die Burg hat er Felsen, Bäume und Moos platziert. Darüber wurden überall LED-Lichter eingearbeitet. Dass sein Hobby seine Leidenschaft ist, ist ihm anzumerken. Und er macht weiter. Nach Krippen, Weihnachtsmannschlitten, Blumenkästen und anderen Holzbauwerken, steht das nächste Großprojekt an: der Bau von Burg Linn. Man darf gespannt sein.