Krefeld: Stadtumbaubüro in alter Badeanstalt eröffnet

Stadtumbau : Umbaubüro zieht ins alte Stadtbad

Ab 6. Juni gibt es jeden Donnerstag eine offene Sprechstunde an der Neusser Straße in einem früheren Reisebüro.

. Der Mann auf der Terrasse des Eiscafés um die Ecke ist neugierig: „Was passiert denn jetzt mit dem Stadtbad?“ Ihm ist in den vergangenen Tagen das rege Treiben der Handwerker rund um das denkmalgeschützte Gebäude an der Neusser Straße aufgefallen. Gleich rechts vom Eingang ist in ein Ladenlokal, in dem sich früher ein Reisebüro befand, das Krefelder Stadtumbaubüro für die Innenstadt eingezogen. Bisher befand es sich an der Friedrichstraße.

Die frisch sanierten Räume in der städtischen Immobilie haben den besonderen Charme des Stadtbads, zu dem sie auch gehören. Das zeigt unter anderem eine alte Säule in der Mitte des Raumes, historische Fotografien aus dem alten Krefeld und ein direkter Zugang zu den alten Schwimm- und Badehallen. Das Fenster zum Bad-Foyer musste aus Gründen den Brandschutzes allerdings geschlossen werden.

Der symbolträchtige Umzug hat Gründe: In dieser inspirierenden Umgebung werden künftig verschiedene Akteure aus der Verwaltung und extern beauftragte Experten mit mehreren Arbeitsplätzen präsent sein. „Die Räume dienen dem intensiven Austausch und der Zusammenarbeit der Akteure sowie als Beratungsmöglichkeit für den Bürger“, sagt dazu die Stadtverwaltung. In dieser zentralen Lage erhofft man sich auch mehr Laufkundschaft als an der Friedrichstraße. Erste Erfolge sind schon sichtbar: „Die Neugier ist sehr groß, was hier passiert. Sobald die Tür offen ist, kommen die Leute rein“, sagt Quartiersmanagerin Birgit Causin.

Auch Quartiersmanagerin
bietet Sprechstunden an

Auch der Verein „Freischwimmer“ wird in dem Büro vertreten sein. Wer Ideen zur künftigen Nutzung des Stadtbads beisteuern kann oder sich über das Gebäude informieren will, ist bei ihm jederzeit willkommen. Darüber hinaus hat der Verein kürzlich ein „Partizipations-Mobil“ vorgestellt, an dem er die Bürger im ganzen Stadtgebiet zum Mitmachen einladen will.

Doch zurück ins neue Stadtumbaubüro. Dort soll es keineswegs nur um die „Städtischen Bäder“ gehen: Ab Donnerstag, 6. Juni, bieten die Quartiersarchitekten Mouna Nasta und Christian Wlost vom Büro Post Welters+Partner zusammen mit Birgit Causin hier jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr eine kostenfreie Sprechstunde für Hauseigentümer der Innenstadt (also innerhalb des City-Rings) zu Fragen rund um ihre Immobilie sowie zum Hof- und Fassadenprogramm an. In diesem Rahmen stehen Fördermittel für eine aufwertende Gestaltung von Fassaden sowie eine Entsiegelung und Begrünung von Hofflächen sowie Dachbegrünungen zur Verfügung. Die Antragsunterlagen sowie eine Unterstützung bei der Antragstellung erhalten Eigentümer vor Ort an der Neusser Straße 58-60 während der offenen Sprechstunde.

Wie eine gelungene Fassadensanierung aussehen kann, hat die Stadt Krefeld selbst nebenan unter Beweis gestellt: Die Fassade des Stadtbads, das im Inneren teils noch völlig verfallen ist, wurde gerade mit Mitteln aus der Denkmalförderung hergerichtet und erstrahlt in neuem Glanz – was seit dem Abbau der Bauzäune nicht nur der Mann aus dem Eiscafé um die Ecke sehen kann.

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