Krefeld: Stadt vom Verkauf des Hospitals in Uerdingen überrascht

Krankenhaus : Malteser wollen nahtlosen Übergang

Auch die Stadt wurde vom angekündigten Verkauf des St. Josefshospitals überrascht.

. Der anstehende Verkauf des St. Josefshospitals in Uerdingen durch die Malteser Deutschland gGmbH hat auch die Krefelder Stadtverwaltung völlig überrascht. „Es hat zuvor kein Signal an uns gegeben. Doch das müssen die Malteser als privater Träger auch nicht tun“, sagt der für das Thema Gesundheit zuständige Beigeordnete Thomas Visser.

Wie berichtet, wollen sich die Malteser von sechs ihrer acht Akutkrankenhäuser in Deutschland trennen – darunter auch das traditionsreiche Hospital in Uerdingen. Zur Begründung heißt es, für Betreiber kleinerer Gruppen oder Krankenhäuser sei es schwierig, einen kostendeckenden Betrieb aufrechtzuerhalten und die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur zu tätigen. In die noch laufenden Umbauarbeiten im Haus haben die Malteser allerdings 26 Millionen Euro gesteckt.

Stadt will sich nicht in Verkaufsgespräche einmischen

„Wir haben natürlich ein Interesse daran, dass dieser Standort erhalten bleibt“, betont Thomas Visser. Denn das hohe Niveau der medizinischen Versorgung in Krefeld, das auch eine überörtliche Funktion habe, soll fortbestehen. Außerdem sei das Haus mit seinen rund 400 Beschäftigen ein wichtiger Arbeitgeber. In die laufenden Verkaufsverhandlungen werde sich die Stadt gleichwohl nicht einmischen, sagt Visser.

Der Beigeordnete erinnert daran, dass seit Jahren über die Krankenhaus-Bedarfsplanung im NRW diskutiert wird. In diesem Zusammenhang habe es auch schon erfolgreiche Fusionen gegeben. So haben die Alexianer vor Jahren das kleine Krankenhaus im benachbarten St. Tönis übernommen. Eine Überkapazität an Betten gebe es in Krefeld auf jeden Fall nicht, hebt Thomas Visser hervor.

Das Uerdinger Hospital gehört zusammen mit zwei Krankenhäusern in Duisburg zum Klinikverbund Rhein Ruhr. Nach Medienberichten sollen die drei Häuser gemeinsam verkauft werden. „Um den laufenden Betrieb nahtlos zu gewährleisten, werden als mögliche neue Eigentümer ausschließlich in Deutschland tätige und auf dem deutschen Gesundheitsmarkt erfahrene und renommierte Krankenhausträger angesprochen“, versichern die Malteser.

Und was passiert, wenn kein neuer Träger gefunden wird? Bleiben die Malteser dann an Bord? Welche neuen Träger kommen überhaupt in Frage? Und wie sicher sind die 400 Arbeitsplätze? Auf entsprechende Nachfragen bleibt Hauke Schild, Geschäftsführer der Malteser Rhein Ruhr, konkrete Antworten schuldig. „Wir haben aktiv Gespräche mit mehreren ausgesuchten Krankenhausbetreibern aufgenommen und gehen davon aus, dass diese im ersten Quartal 2020 abgeschlossen sein werden“, sagt er.

Man habe ausschließlich in Deutschland tätige und auf dem deutschen Gesundheitsmarkt erfahrene und renommierte Krankenhausträger als mögliche neue Eigentümer angesprochen, wiederholt er. Der Übergang zum neuen Betreiber solle nahtlos erfolgen und an allen betroffenen Standorten „eine hochwertige medizinische und pflegerische Versorgung der Bevölkerung nachhaltig sicherstellen“.

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