Krefeld: Projekt für Gewaltprävention an der Gesamtschule Oppum

Gesamtschule Oppum : Die Tür aufhalten statt zuzuschlagen

An der Gesamtschule Oppum arbeitet der Förderverein an Gewaltprävention – mit Erfolg.

Die Schulordnung der Gesamtschule Oppum passt auf eine Din-A-4-Seite. Locker. Aber nicht, weil dort jeder weitestgehend machen kann, was er will. „Nach dem Auszug der Realschule vor einem Jahr brauchten wir eine neue, eigene Schulordnung“, erklärt Schulleiterin Birgit Oelmüllers-Hoff. „Wir haben die Anzahl der Regeln deutlich reduziert und die wesentlichen behalten, damit diese besser behalten werden.“

Respekt, Aufmerksamkeit und Disziplin sollen die Grundlage für das Miteinander an der Gesamtschule bilden. Vor einem Jahr hat sich der neu gegründete Förderverein das Thema Gewaltprävention ganz groß auf die Fahne geschrieben. „Wir wollen konsequent daran arbeiten“, sagt Eckart Gerhards vom Förderverein. Man engagierte auf eigene Kosten die Agentur Machart, die die Schule seither berät und bei der Erarbeitung und Umsetzung allgemeiner Richtlinien für Schüler, Lehrer und Eltern unterstützt.

Mathias Huppenbauer von Machart hat bereits zahlreiche ähnliche Projekte an anderen Schulen begleitet, aber „dass ein Förderverein solch einen Schwerpunkt setzt, ist eine absolute Seltenheit“, sagt er. Im vergangenen Jahr hat er gemeinsam mit der Schule die Strukturen für ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander erarbeitet. Auch Eltern- und Schülervertreter waren aktiv daran beteiligt. „Wir haben Klassen- und Schulregeln festgelegt und auch überlegt, was bei Nichteinhaltung geschieht“, sagt Huppenbauer. „Und auch, wie wir es positiv bestätigen können, wenn etwas gut läuft.“

Das Schulklima hat sich laut der Verantwortlichen gebessert

Positiv klingen auch die großen Plakate, die nun in den Fluren der Schule hängen – bunt und gerahmt, ebenfalls finanziert vom Förderverein. „Heute schon bitte gesagt?“, steht darauf, oder: „Danke für´s Türe aufhalten“. „Die Plakate werden nicht nur wahrgenommen, sondern die Schüler reden auch darüber“, sagt Lehrerin Sabrina Bibow und schmunzelt: „Im Türe aufhalten sind sie jetzt auch ganz groß.“

Das Feedback der Schüler sei durchweg positiv und habe auch schon zu Verbesserungen im Schulklima geführt. „Ein freundlicher Umgang miteinander wirkt als Konfliktvermeidung“, bestätigt Mathias Huppenbauer. „Vermitteln wollen wir diese grundlegenden Werte auch mit Humor.“ Beispielsweise in kleinen schauspielerischen Vorführungen, die es bereits für die Schüler gab.

„Nach der Vorstellung haben wir in der Klasse auch miteinander gesprochen. Das Schauspiel war lustig und wir haben es uns durch den Kopf gehen lassen“, sagt Kimberly, Schülervertreterin aus der 6e. Seither seien zum Beispiel weniger Schüler mit gemeinen Spitznamen aufgezogen worden.

Auch die Polizei kam zu einem Vortrag über Cybermobbing in die Schule. Ein weiterer Termin ist bereits vorgesehen. „Vorher wurden häufig Schüler in Whatsapp-Gruppen gemobbt“, sagt Achtklässlerin Reyhan. Peinliche Bilder seien herumgeschickt worden. „Nach dem Gespräch mit der Polizei wurden viele Gruppen aufgelöst und keine Bilder mehr verschickt.“ Einige zerstrittene Schüler hätten sich vertragen. Ganz vermeiden ließe sich Gewalt dennoch nicht, gibt Schulleiterin Oelmüllers-Hoff zu. Aber: „Ein gutes soziales Miteinander ist eine wichtige Basis, um miteinander arbeiten zu können.“

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