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Krefeld: Offene Fragen zum neuen Promenaden-Radweg

Radwege : Zum Stadtjubiläum wird die „Promenade“ nicht fertig

Aus Sicht der SPD sind viele Detailfragen des Projekts noch zu klären. Auch Gesamtkosten stehen noch nicht fest.

Vor wenigen Wochen hat Oberbürgermeister Frank Meyer den offiziellen Startschuss für den Bau der ersten Abschnitte der „Krefelder Promenade“ gegeben. Mehr als 20 Jahre geht die Planung dieser 16,5 Kilometer langen Radtrasse zurück, die sich nach Fertigstellung als West-Ost-Route von Forstwald über Benrad, Stadtmitte, Diessem, Oppum, Linn bis Uerdingen durch Krefeld schlängeln wird.

„Eigentlich hatte ich ja die Hoffnung, dass die gesamte Promenade zum Krefelder Stadtjubiläum eingeweiht werden kann“, verrät SPD-Ratsfrau Gabi Schock, Vorsitzende des Planungsausschusses. 2023 wird das 650-jährige Bestehen gefeiert – doch bis dahin, so ahnt sie mittlerweile, ist die Fertigstellung des ehrgeizigen Projektes nicht zu schaffen.

Insgesamt gibt es 16 Teilabschnitte der Trasse, die der Fahrradclub ADFC einen „Quantensprung für den Radverkehr“ in Krefeld nennt. Dahinter steckt das Konzept einer durchgehenden, weitgehend autofreien Achse entlang der Bahngleise durch die Stadt – auf insgesamt sechs Kilometern auch in Hochlage auf alten Bahntrassen. Die Abschnitte acht, neun, zehn und elf müssen bis Ende 2020 fertig werden, damit die beantragten Fördergelder nicht verfallen.

Los ging es zunächst mit den Abschnitten acht und neun von der Hauptfeuerwache bis Trift/Weiden in Oppum. 2,9 Millionen Euro sind dafür als Kosten veranschlagt, die Förderquote beträgt 90 Prozent. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Direkt im Anschluss werden die Abschnitte zehn und elf ab Trift/Weiden bis Burg Linn folgen. Kosten hier: 3,1 Millionen Euro. Fertigstellung: Ende 2020.

Querverbindungen zu Schulen und Kultureinrichtungen

Auch wenn die Arbeiten nun begonnen wurden, müsse die Planung weiter verfolgt und verbessert werden, betonen Klaus Menzer, Bezirksvorsteher West, und SPD-Ratsherr Rolf Horster. Notwendig seien zum Beispiel neue Querverbindungen zu Schulen, Kultureinrichtungen und öffentlichen Gebäuden. Außerdem gebe es ältere Teile der Trasse schon, so etwa der Abschnitt ab Forstwald. Die vorhandenen Wirtschaftswege müssten hier aber „ordentlich gemacht werden“, wie Menzer es nennt.

Wichtig ist aus Sicht der SPD zudem die Anbindung der Promenade an das übrige Radnetz. Gabi Schock nennt hier als Beispiel den Bahnhof Forstwald als Startpunkt. Dort könnte in Zukunft auch der geplante Radweg aus Venlo enden, womit eine direkte Verbindung zur Promenade gegeben wäre. Aber noch gibt es unterschiedliche Vorstellungen zum Trassenverlauf.

„Wir haben die Vision, wo wir hin wollen“, sagt Schock. Viele Detailfragen müssten aber noch geklärt werden. „Zumindest in der nächsten Wahlperiode sollte die Fertigstellung gelingen“, hofft sie. 2020 steht die nächste Kommunalwahl an, gewählt wird der Stadtrat dann für fünf Jahre. Also noch Zeit, um die Promenade fertigzustellen.

Diese Zeit wird wohl auch benötigt: Für die weiteren Abschnitte gibt es noch keinen konkreten Umsetzungsplan. Für die komplizierte Trasse Alte Gladbacher Straße/Voltaplatz wird derzeit eine Machbarkeitsstudie erstellt. Zum Bau von Spundwänden und Stützen müssen in einigen Fällen noch Grundstücke gekauft werden. Die Gesamtkosten der Promenade sind noch nicht ermittelt.