Krefeld: Netto in Hüls am Mühlenweg wird erweitert

Bürgerbeteiligung bis Donnerstag möglich : Netto-Filiale in Hüls soll vergrößert werden

Die Stadt hat den Bebauungsplan für die Erweiterung des Discounters am Mühlenweg vorgestellt. Bis Donnerstag können sich Bürger noch beteiligen.

Es ist Bürgeranhörung und keiner geht hin. Gerade einmal eine Handvoll Bürger hatte sich am vergangenen Donnerstag in der Ökumenischen Begegnungsstätte „Ö“ in Hüls eingefunden, um den Ausführungen von Ludger Walter, dem stellvertretenden Leiter des Fachbereichs Stadt- und Verkehrsplanung, zu folgen. Die Eigentümerin des Grundstücks am Mühlenweg, die Baubetreuungsgesellschaft Ratisbona, will mit ihrem Antrag die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen, um den dort vorhandenen Netto-Markt zu erweitern. Bezirksvorsteher Hans Butzen hatte zu der Veranstaltung eingeladen. Walter zum Bebauungsplan 825: „Wir wollen heute frühzeitig die Öffentlichkeit am Konzept beteiligen. Dabei handelt es sich nicht um ein rechtliches Problem, sondern um den wachsenden Flächenbedarf beim Discounter Netto.“

Die Pläne

Die geplante Erweiterung stellten unter anderem Iris Hofmann (v.l.) und Ludger Walter von der Stadt und Ratsherr Hans Butzen vor. Foto: Lothar Strücken

Rund um den Hülser Bahnhof, der nur noch als Schluff-Station eine Funktion hat, befindet sich ein Einkaufsparadies für die Hülser Bürger mit den beiden Discountern Netto und Aldi sowie dem Supermarkt und Vollsortimenter Edeka. Diese Entwicklung entspricht dem Krefelder Zentrenkonzept aus dem Jahr 2014 zum Vorteil und Schutz der Lebensmittelversorgung des Stadtteils. Der Netto-Markt möchte seine Waren besser und großzügiger präsentieren und dazu die Gänge zwischen den Warenregalen verbreitern sowie die Logistikabläufe verbessern.

Geplant ist, die derzeitige Verkaufsfläche von fast 700 Quadratmetern auf 955 Quadratmeter zu erweitern. Das soll durch einen Anbau mit begrüntem Flachdach geschehen. Der vorgelagerte Eingang erhält einen neuen Windfang. Die Maßnahmen erfolgen auf dem bestehenden Grundstück, ohne dass benachbarte Firmen davon betroffen sind. Durch die Markterweiterung müssen keine zusätzlichen Flächen versiegelt werden. Die Bepflanzung entlang der westlichen Parkplatzgrenze bleibt unberührt.

Als Ausgleich für den Mehrbedarf an Verkaufsfläche entfallen Parkplätze: der überdimensionierte Parkplatz wird von 84 auf 57 Auto-Plätze verkleinert. Er liegt damit noch immer über den laut Stellplatzschlüssel erforderlichen 48 Plätzen. Außerdem sind 18 Fahrradstellplätze vorgesehen. Die Freifläche soll asphaltiert werden. Zahlenmäßig gibt es westlich des Mühlenwegs für die nebeneinander liegenden Märkte Netto und Edeka sowie den zur Kempener Straße gelegenen Drogerie-Markt dm ohnehin keine Parkplatzprobleme, da alle drei Nachbarn über eigene Parkflächen verfügen und sich diese auch wegen ihrer gemeinsamen Kundschaft freundschaftlich teilen.

Diskutiert wurde bei der Bürgeranhörung allerdings die Verkehrssicherheit auf den drei benachbarten Parkplätzen. Das Problem: Die Haupt-Ein- und Ausfahrt zu allen drei Märkten teilen sich Lastwagen, Autos und jene Fußgänger, die aus Richtung Innenstadt und Aldi kommen. In dieser Ein- und Ausfahrt gibt es bislang keinen Fußgängerweg und auch die beiden Fahrspuren sind nicht durch Markierungen voneinander abgegrenzt. Philipp Jakobi, Projektentwickler von Ratisbona, hat zugesagt, dass ein markierter und von der Fahrbahn abgegrenzter Fußgängerweg entlang des Netto-Gebäudes geplant ist, um die Situation zu entschärfen. Außerdem soll mit dem Eigentümer der Nachbargrundstücke geklärt werden, ob auf den Parkplätzen ein Einbahnverkehr mit Richtungspfeilen eingerichtet werden kann.

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