Krefeld: Gatherhof-Projekt "Begegnung der Generationen" vorgestellt

Westquartier : Altenheim hilft beim Einkauf

Beim „Forum Westquartiere“ ist das Gatherhof-Projekt „Begegnung der Generationen“ vorgestellt worden.

Das Alten- und Pflegeheim Gatherhof geht neue Wege: Im nächsten Frühjahr soll dort das Projekt „Begegnung der Generationen – Soziales und nachbarschaftliches Miteinander fördern in Krefeld-Gatherhof“ starten. Welche Ziele damit verfolgt werden, erläuterten Andrea Blinzler vom Paritätischen Wohlfahrtsverband und Jörg Elsing als Vertreter des Hauses jetzt beim „Forum Westquartiere“.

Seit 2015 gibt es dieses Forum, das Initiator Wolfgang Pasch (SPD) ein „Machbarschaftsprojekt“ nennt: Verschiedene Akteure, Einrichtungen, Vereine und Organisationen sollen vernetzt werden, um bei der Entwicklung ihres Viertels gemeinsam zu lernen, zu denken und zu arbeiten. „Gute Ideen sollen in unsere kleine Welt gebracht werden“, umschreibt Pasch das Ziel.

Das Haus will sich
zum Quartier hin öffnen

Eine solche gute Idee ist das Projekt „Begegnung der Generationen“. Genau diese findet bisher rund um das Altenheim kaum statt. „Das Haus will sich deshalb zum Quartier hin öffnen“, so Pasch.

Zur Vorbereitung wurden Vereine, Kirchen und die Stadtteilkonferenz angesprochen sowie ein Fragebogen im Viertel verteilt, um die vorhandenen Strukturen besser zu verstehen und Defizite und Bedarfe der Anwohner zu erkennen. Die Recherchen kamen zu deutlichen Ergebnissen: 32 Prozent der Bevölkerung sind älter als 60 Jahre, 39 Prozent haben einen Migrationshintergrund, der Anteil der Einfamilienhäuser liegt bei 72 Prozent. Die Wohnquartiere sind dabei sehr uneinheitlich (Edelstahlsiedlung, Hochhaussiedlung) und haben untereinander nur sehr wenig Kontakt.

Im Rahmen der Befragung wurden Wünsche für Unterstützungsangebote genannt. Diese reichen von der Hilfe bei der Gartenpflege oder der Haushaltsführung über die Unterstützung beim Einkauf bis hin zu Begegnungsangeboten. Auf dieser Grundlage wird das Altenwohn- und Pflegeheim Gatherhof ab Februar/März 2020 sein Projekt starten. Ziele sind der Aufbau und Erhalt sozialer Netzwerke, Angebote zur sozialen Teilhabe am Leben, Entlastung pflegender Angehöriger, Unterstützung im Haushalt und bei der Gartenarbeit sowie Beratung bei Pflegefragen.

Auch Hilfe und Begleitung bei Einkäufen ist vorgesehen. Wie das konkret aussehen könnte, erzählt Wolfgang Pasch: Das Wohnheim verfüge über einen kleinen Bus für Fahrten, der aber nicht ständig benötigt werde. Dieser könnte im Quartier für begleitete Einkaufsfahrten genutzt werden.

Die Organisation des Projektes lässt sich allerdings nicht mit dem vorhandenen Personal des Alten- und Pflegeheims stemmen. Es wird deshalb mit Mitteln der Stiftung Deutsches Hilfswerk (Fernsehlotterie) unterstützt: Für zunächst drei Jahre wird eine halbe Projektstelle gefördert.

Notfallzimmer ist
ganz oft ausgebucht

Hilfe kann zudem von der neuen „Stabsstelle Soziales Quartiersmanagement“ kommen, die vor drei Monaten eingerichtet worden ist. Sandy Schilling berichtete dem Westforum davon, dass ein Schwerpunkt seiner Arbeit in der Betreuung von 13 Sozialräumen liegen wird, die als benachteiligt gelten. Dazu zählt auch der Bereich Gatherhof.

Ein völlig anderes Projekt stellte Ramona Klar vom Cornelius-de-Greiff-Stift vor. Dort gibt es seit etwa einem Jahr ein Notfallzimmer für plötzlich eintretende Situationen, in denen ein Mensch nicht mehr ausreichend versorgt werden kann, weil zum Beispiel pflegende Angehörige für die Versorgung zuhause wegen plötzlicher Krankheit ausfallen. Der Bedarf dafür erwies sich als äußerst groß, so dass das Zimmer im vergangenen Jahr nur für etwa 14 Tage frei war. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und anderen Akteuren sei gut, man habe immer Anschlusslösungen finden können, so Klar.

Nach Auskunft von Wolfgang Pasch ist daran gedacht, ein solches „Notfall-Angebot“ auch an anderen Einrichtungen zu machen. Die Stadt (Fachbereich Soziales) führe darüber bereits Gespräche.