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Krefeld: Auf der Obergath gilt wieder Tempo 70

Verkehr : Auf der Obergath gilt wieder Tempo 70

Die Temporeduzierung auf der Untergath war schon 2019 zurückgenommen worden. Nun sind auch auf der Obergath wieder 70 km/h erlaubt.

Seit Dezember 2019 darf wieder Tempo 70 auf der Untergath gefahren werden. Damit beseitige die Stadtverwaltung einen „Webfehler“ der vor Jahren eingeführten Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 km/h. So zumindest drückte es der damalige Umweltdezernent Thomas Visser im Gespräch mit unserer Zeitung mit Blick darauf aus, dass die Taktung der Ampeln eine „Grüne Welle“ unmöglich machte. Nun wurde der zweite Teil des Webfehlers korrigiert: Auch auf der Obergath zwischen Kölner und Gladbacher Straße gilt jetzt wieder Tempo 70.

Die Optimierung der Grünen Welle ist nach Auskunft der Stadtverwaltung eine nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz (KInvFöG) unterstützte Maßnahme. Denn Anfahren, Bremsen und Anhalten erhöhen die Belastung der Luft durch Stickoxide und Feinstaub. Eine Machbarkeitsstudie hatte ergeben, dass dieses Ziel nur mit einer Rückkehr zu Tempo 70 wie vor Inkrafttreten des Krefelder Luftreinhalteplans sowie einer Anpassung der Ampelanlagen erreicht werden kann.

Bezirksregierung folgte einem Antrag der Stadt

Im Herbst 2019 folgte die Bezirksregierung dem Antrag der Stadt Krefeld, die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h aus dem Luftreinhalteplan zu streichen. Der Kommunalbetrieb Krefeld legte daraufhin die Ampeln auf der Untergath wieder für Tempo 70 aus und stellte neue Schilder an Krefelds südlichem Autobahnzubringer auf. Die Signalanlage an der Kreuzung Untergath/Bäkerpfad (Zufahrt Bauhaus) wurde außerdem komplett erneuert.

Auf der Obergath änderte sich zunächst aber nichts an Tempo 50 – jedenfalls bis jetzt nicht. „Die Umstellung der Geschwindigkeit konnte erst nach Änderung der Ampel an der Einmündung Mühlenfeld umgesetzt werden“, begründet dies ein Stadtsprecher. Diese Ampel sei nicht Bestandteil der Fördermaßnahme, sondern seinerzeit nur der Startpunkt der Machbarkeitsstudie gewesen, an dem die Grüne Welle „aufgehängt“ wurde.

Unabhängig davon sei durch den Neubau der Zu- und Ausfahrt des Parkplatzes der Hochschule Niederrhein die Notwendigkeit entstanden, auch diese Ampelanlage zu erneuern. „Da zu diesem Zeitpunkt bereits klar war, dass die Geschwindigkeit auch auf der Obergath wieder erhöht werden sollte, wurde bei der Signalplanung für die Ampelanlage Obergath/Mühlenfeld bereits Tempo 70 berücksichtigt“, berichtet der Stadtsprecher.

Nachdem diese Anlage seit Juli in Betrieb ist, konnte nun die Umbeschilderung im Bereich Obergath vollständig umgesetzt werden. Weitere Änderungen von Signalanlagen seien nicht nötig.

Im Zulauf auf die großen Kreuzungen Kölner Straße in Königshof und Hauptstraße in Oppum bleibt – wie auch in der Vergangenheit vor dem Luftreinhalteplan – für beide Fahrtrichtungen 50 km/h als zulässige Höchstgeschwindigkeit bestehen.

Welche Auswirkungen hat dies alles auf die Grüne Welle? Die nunmehr erfolgte Optimierung lässt aus Sicht der Verwaltung „einen homogeneren Verkehrsfluss“ zu, wodurch es zu weniger Start-/Stopp-Vorgängen komme. Dies bedeute auch immer eine Verminderung der umweltbelastenden Faktoren und somit eine geringere Umweltbelastung. Aus diesem Grunde habe die Bezirksregierung Düsseldorf der Änderung ja auch stattgegeben.

Die übergeordnete Behörde hatte mit der Stadt im Jahr 2010 den Luftreinhalteplan mit 48 Minderungsmaßnahmen aufgestellt. Ziel war damals die Einhaltung der Grenzwerte mit Blick auf Feinstaub und Stickstoffdioxid. Zu den genannten Maßnahmen gehörte die Temporeduzierung auf der Gath. In den Folgejahren kam es zu einer deutlichen Verbesserung der Luftwerte in der Stadt.