Marktbummel Auf dem Forstwald-Markt fehlt eigentlich nur noch frischer Fisch

Forstwald · Seit 1997 gibt es vor der Kirche Maria-Waldrast ein kleines, aber feines Einkaufsangebot.

 Das Marktcafé ist zentraler Treffpunkt auf dem Wochenmarkt in Forstwald.

Das Marktcafé ist zentraler Treffpunkt auf dem Wochenmarkt in Forstwald.

Foto: Andreas Bischof

Klein, aber fein – so lässt sich der Wochenmarkt in Forstwald treffend umschreiben. Nur fünf Marktbeschicker haben an diesem völlig verregneten Freitag ihre Verkaufsstände aufgebaut, alle zwei Wochen sind es sechs. Und doch fehlt (fast) nichts im Angebot, das von den Forstwaldern bei jedem Wetter sehr gut nachgefragt wird.

Nadine und Christian Behr können dies nachdrücklich bestätigen. Das Ehepaar aus Willich bietet am Stand frisches Obst und Gemüse, Kräuter und Eier an. Früher machten sie das noch am Westwall, „doch dahin möchten wir nicht zurück“, betont Christian Behr. Und dies, obwohl seine Familie über vier Generationen mit einem Stand auf dem Innenstadt-Markt vertreten war. Dieser aber habe in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung verloren, die Umsätze stimmten nicht mehr. Per Zufall habe er dann davon erfahren, dass in Forstwald dringend nach einem Gemüsehändler gesucht wird. Den daraufhin beschlossenen Wechsel haben seine Frau und er bis heute nicht bereut.

Flair

Familiär geht es zu auf dem Wochenmarkt in Forstwald. „Der Gemüsehändler bringt uns sogar die gekaufte Gurke nach Hause“, berichtet Kundin Sabine Wink. Den schweren Sack Kartoffeln ohnehin. Treffpunkt für alle ist das beliebte Marktcafé. Gegründet worden ist es 1997 von der Bürgerschaft selbst. Hier gibt’s zwischen Ostern und Oktober jeden Freitagmorgen zu günstigen Preisen Kaffee, selbst gebackenen Kuchen oder Waffeln, vor allem aber viel Zeit für einen netten Plausch beim Einkauf. Auch die Eltern der Kinder der benachbarten Tagesstätte schauen morgens gerne rein. Organisiert wird der Markttreff von Katharina van der Zande und ihrem ehrenamtlichen Team. Die Erlöse werden gespendet, so unter anderem schon an die Bücherei Maria-Waldrast oder die Obdachlosenhilfe.

Angebot

Neben dem Gemüsestand von Familie Behr sind auf dem Markt vertreten die Gärtnerei Ricken aus Willich-Holterhöfe mit Blumen, Gestecken und Topfpflanzen, die Fleischerei Hinterdings aus Oppum, die Bäckerei von Christian André Göbbels aus Nettetal sowie Käsehändler David Lintz von Lintz Gourmet aus Mönchengladbach. Alle zwei Wochen ergänzt Rashad Allahverdiyev aus Essen mit einer großen Auswahl an Trockenfrüchten das Angebot. „Fisch fehlt aber noch“, bedauert Sabine Wink. Als im Herbst 2022 die Prümtaler Mühlenbäckerei ihren Stand aufgeben musste, kümmerten sich Katharina van der Zande, Rudolf Weißert vom Bürgerverein, Ratsherr Günther Porst mit Unterstützung der Stadtverwaltung selbst darum, einen Ersatz zu finden. Mit Erfolg. Übrigens kein Einzelfall: „Wenn wir uns nicht so reingehängt hätten, würde es den Markt wohl längst nicht mehr geben“, sagt Günther Porst. Auch das Ehepaar Behr nutzt seine Kontakte, um Beschicker zu finden.

 Blumen, Obst und Gemüse, aber auch Käse, Brot und Fleisch gehören zum Angebot.

Blumen, Obst und Gemüse, aber auch Käse, Brot und Fleisch gehören zum Angebot.

Foto: Andreas Bischof

Tradition

Den kleinen Wochenmarkt in Forstwald gibt es erst seit 1997. Zeitgleich startete auch das Marktcafé.

Fläche

Der Forstwaldmarkt ist nur etwa 350 Quadratmeter groß. Zu finden ist er an der Hermann-Schumacher-Straße auf dem Platz vor der Kirche Maria-Waldrast.

Kunden

In Forstwald gibt es nicht sehr viele Einkaufsmöglichkeiten, die Vielfalt des Wochenmarkts wird daher gerne genutzt. Manche Nachbarn machten freitags sogar eigens einen Tag Homeoffice, um zum Markt gehen zu können, berichtet Katharina van der Zande schmunzelnd.

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