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Krefeld: Adler Königshof wird 100 Jahre - und Hans Krüppel wird geehrt

Jubiläum : Eine Feier und ein Orden

Der Handballverein Adler Königshof, 1919 gegründet, feiert Geburtstag. Zudem wird sein Vorsitzender geehrt.

Dieser schallende Ausruf wird an kaum einem Handballer – von der 3. Liga bis in die Kreisliga – vorbeigegangen sein: „Let´s go Adler, let´s go”. Dazu die ganz spezielle Tonlage des Rufers in der Königshofer Sporthalle. Seit Jahrzehnten ist „Mr. Adler Königshof“, alias Hans Krüppel, als Hallensprecher und als Vereinsvorsitzender in Personalunion unterwegs. Mit der Zuneigung zu seinem Klub hat Krüppel niemals gespart. Manchen Zuschauer hat er damit auf die Palme gebracht. Doch Krüppel bleibt sich immer treu, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es notwendig erscheint.

Er liebt das Zahlenspiel
mit 37 und 73

Und der wahre „Hans Dampf in allen Gassen“ sprüht noch immer vor Begeisterung, wenn er von seinem Verein erzählt: „Mit 37 Jahren bin ich zum ersten Mal Erster Vorsitzender der DJK Adler Königshof geworden, mit 73 Jahren scheide ich nun im Oktober aus dem Amt. Ein Zahlenspiel, das ich liebe, wie meinen Verein.“ Doch bis zum Abschied hat der nimmermüde Vorsitzende noch so einiges vor.

So feiert Krüppel am heutigen Samstag ab 10 Uhr mit der großen Vereinsfamilie und Gästen im Königshofer Jugendheim offiziell den 100. Geburtstag der DJK Adler. Nur wenige Tage später, am 4. September, 17 Uhr, bekommt der Adler-Vorsitzende im Krefelder Rathaus dann vor 120 geladenen Gästen aus den Händen von Oberbürgermeister Frank Meyer das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen: „Ich wusste gar nichts davon, habe erst jetzt erfahren, dass ich schon 2016 von speziellen Personen dafür vorgeschlagen wurde.“

Für Hans Krüppel eine große Ehre, keine Frage, doch momentan beschäftigt ihn das aktuelle Vereinsgeschehen, ist sein Wort als Vorsitzender gefragt: „Ich hatte ein Gespräch mit dem OB, habe ihn gebeten, bei der Festansprache sich bitte zum Thema Harz und Handball zu äußern. Das Thema brennt gerade mächtig bei uns und viele aktive Spieler werden beim Festakt dabei sein.“

Doch damit nicht genug, der Festakt musste schließlich auch in seinen Feinheiten organisiert werden. Und der nächste Kabarett-Abend im November, mit Krüppel in der Organisatoren-Rolle, steht ebenfalls an.

Krüppel wird sich aus der vordersten Linie verabschieden, aber frei nach dem Song von Trude Herr, geht auch Hans Krüppel „niemals so ganz“. Wichtig ist ihm, das Vereinsschiff auf Kurs zu halten und die Probleme der Mitglieder zu hören: „Ich bin sehr beruhigt, dass Silvia Bernardo, unsere Zweite Vorsitzende, meine Nachfolgerin werden möchte und das Geschäft im Innenleben des Vereins übernimmt.“

Nach fast 40-jähriger Tätigkeit im Adler-Vorstand zieht Krüppel folgende Bilanz: „Unser Vorstand hat den sportlichen und kulturellen Erfolg miteinander gemanagt. Wir haben uns damit einen Namen gemacht. Viele Zufälle und gute Ideen spielten eine Rolle und viele liebenswerte und interessante Menschen habe ich nicht zuletzt in meiner Rolle als Vorsitzender kennengelernt.“

Krüppel hatte immer visionäre Ideen, sieht sich so als Geburtshelfer der HSG Krefeld, hat die ersten Gespräche mit Bayer Uerdingen angestoßen. „Natürlich hat das Adler auf sportlicher Seite zurückgeworfen. Aber dann müssen wir uns halt wieder neu erfinden, neue Wege gehen.“ Krüppel sieht sich als Teamplayer, hat seine zweite Amtszeit als Vorsitzender, nach kurzer Pause, auch abhängig von Weggefährten wie Silvia Plenker und Herbert Plenker oder Hubertus Grunow angetreten.

Im November setzten die Adler noch eine Spendenidee von ihm um und pflanzen eine Eiche im Wert von 1000 Euro auf dem Gelände der evangelischen Kirchengemeinde in Fischeln. „Ich denke an die Zukunft. Auf dem Kirchengelände ist dem jungen Baum bei großer Trockenheit im Sommer das notwendige Wasser immer sicher.“