Schicksbaum: Jugendliche bekommen Treffpunkt

Schicksbaum: Jugendliche bekommen Treffpunkt

Noch fehlt ein Angebot fürunter 18-Jährige und Migranten. Das wird sich ändern.

Krefeld. Es gibt nur sehr wenige Projekte in Krefeld, bei denen die gesamte Politik, ein Bürgerverein und auch die Verwaltung einer Meinung sind. Beim Thema Jugend- und Begegnungszentrum für Schicksbaum ist dies der Fall. "Das Projekt ist kein Streitthema, es gibt von keiner Seite ein Störfeuer", fasst Bezirksvorsteher Hans-Josef Ruhland (CDU) die Stimmung bei den intensiven Gesprächen, die in den vergangenen Wochen und Monaten stattgefunden haben, zusammen.

"Nirgendwo im Stadtgebiet ist der Bedarf nach solch einem Zentrum so groß wie in Schicksbaum", sagt Ratsherr Hans-Peter Kreuzberg. Auch der Fachbereich Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung sehe den Bedarf, bestätigt Norbert Axnick, Leiter der Abteilung Jugend des Fachbereichs.

Mehr als 40 Prozent der Bewohner des Stadtteils sind unter 18 Jahre, knapp zwei Drittel haben einen Migrationshintergrund. Diese beiden Dinge soll die Jugend- und Begegnungsstätte aufgreifen.

Inzwischen gibt es sogar schon einen wahrscheinlichen Standort: Die Wohnstätte ist bereit, ein Grundstück an der Ecke Am Kempschen Weg/Am Zehntheister/Am Schirkeshof neben dem Parkplatz des Penny-Marktes an die Stadt im Tausch für andere Flächen abzugeben. In einem zweigeschossigen Bau sollen dort auf rund 400 Quadratmeter Räume für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, für Integrationsarbeit mit Erwachsenen und für öffentliche Begegnungen aller Schicksbaumer entstehen. Erste Schätzungen im Rathaus gehen von Kosten in Höhe von 800000 Euro aus.

Sollte es das Projekt in den Haushalt 2010 schaffen, könnten schon im kommenden Jahr die Bagger rollen. Mittel aus dem Konjunkturpaket können dafür nicht verwendet werden, berichtet Ruhland. "Die Abgrenzung zwischen Bildung und Gemeinwesen ist nicht scharf genug, es bestehe die Gefahr der Rückzahlung", sagt der Bezirksvorsteher.

Bis das Gebäude steht, wird es jedoch voraussichtlich eine Zwischenlösung geben. Ausgesucht ist dafür die ehemalige Hausmeisterwohnung in der Grundschule Horkesgath, die derzeit vom ökumenischen Arbeiskreis der Pfarrei Thomas Morus genutzt wird. Die Caritas und der Internationale Bund haben sich als Projektträger beworben. "Beide Konzepte kommen in Frage", sagt Ruhland. Das Jugendamt wird in einem zweitägigen Workshop am 5. und 6. Juni über den Jugendförderplan 2010 bis 2014 beraten, kündigt Axnick an. Dabei werde über beide Konzepte gesprochen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung