Pavillon für dreidimensionale Landschaften

Künstler Lutz Weidler hat sich in seinem Garten eine kleine Galerie gebaut. Dort will er künftig seine Bilder präsentieren.

Krefeld. Ein Jahr hat es gedauert. Innerhalb dieser Zeit hat der Künstler Lutz Weidler sich einen Pavillon zusammengezimmert und so einen Ausstellungsraum ganz nach seinen Vorstellungen geschaffen. Bisher reichte dem Künstler seine Garage als Atelier, doch ließen sich seine Arbeiten dort schlecht präsentieren. „Ich brauchte einfach einen neuen Raum“, sagt Weidler, der seinen „Forstwald-Pavillon“ jetzt eröffnet hat.

Der Pavillon ist quadratisch, so wie Weidlers Arbeiten. „Neue Weltmodelle“, nennt Weidler diese. An der mit grünen und naturbelassenen Planken gestreiften Fassade prangt ein großes Hirschgeweih, auch ein ausgestopfter Vogel lehnt an der Wand. „Das ist eine Anspielung auf die Jäger-Klischees, wie sie etwa das Forsthaus am Bellenweg erfüllt“, erklärt Weidler.

„Aber diese Tiere haben auch etwas mit meiner Arbeit zu tun“, betont der Künstler. Denn Weidler bildet die Natur nach. Auf immer gleichen Format, 35 Zentimeter zum Quadrat, gestaltet er plastische Wandobjekte, die wie ein dreidimensionales Foto eine Landschaft von oben zeigen. Dazu verwendet er Holzwerkstoffe, Kunststoffe, Pigmente, Beizen und Acrylfarben. „Ich male aber nicht, ich lasse allenfalls eine Farbe über das schräg stehende Objekt laufen“, erlärt Weidler. Seit 2006 arbeitet er ausschließlich in diesem Format. Früher waren seine Plastiken wesentlich größer.

Manchmal schafft Weidler Landschaften nach einem tatsächlichen Vorbild, etwa die pilzförmigen kleinen Inseln von Ischia, manchmal entspringen sie seiner Fantasie. „Im Prinzip sehen Sie hier ein bildhauerisches Skizzenbuch“, erklärt Weidler.

Die Idee, einen Pavillon für seine Werke zu bauen, kam ihm vor zwei Jahren bei der Biennale in Venedig: „Da gibt es überall Pavillons. Und ich wollte einen Forstwald-Pavillon.“

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