Klein aber fein: Bücherei von Maria Waldrast

33 Ehrenamtliche arbeiten für die Bibliothek. Diese ist zwar katholisch, aber nur eine Ecke ist dem Themenbereich gewidmet.

Forstwald. „Schöne Literatur“ steht auf einem gelben Schild geschrieben, das gut sichtbar in der kleinen Bücherei Maria Waldrast in Forstwald hängt. Es ist nur eines von vielen Schildern, die auf das vielfältige Angebot hinweisen. „Wir haben 8700 Bücher in unserem Bestand. Und sogar 23 verschiedene Zeitschriften im Abo“, erzählt Birgit Dülks vom Büchereiteam.

Sie ist eine von 33 Ehrenamtlichen Mitarbeitern, die sich um den Bestand, die Pflege und die Neuanschaffungen kümmern. „Ich mache das jetzt seit 14 Jahren. Mir gefällt der Kontakt mit den Kunden und natürlich der Umgang mit den Büchern“, erzählt sie.

„Es ist ein schönes Gefühl, die neuen Bücher einzubinden.“ Neuerscheinung seien am beliebtesten, sagt Dülks. „Wir achten schon sehr darauf, dass wir aktuell sind. Ich informiere mich in Buchhandlungen, was es so Neues gibt. Da stürzen sich die Leute dann drauf.“ Auch die Wünsche der Leser spielen eine Rolle: „ Dafür gibt es auch eine Wunschbox, da können dann Anregungen und Ideen geäußert werden“, sagt Mitarbeiterin Brigitte Thomas.

Zwei Mal im Jahr werden für rund 5000 Euro neue Bücher angeschafft. „Wir finanzieren uns hauptsächlich über unsere Mitgliedsbeiträge“, erzählt Dülks. Der Jahresbeitrag für einen Erwachsenen kostet zehn Euro, für eine ganze Familie 15 Euro. „Wir haben 400 aktive Leser. Die kommen regelmäßig, um auszuleihen. Die sogenannten Karteileichen müssen nicht zahlen. Bei uns ist das nicht so bürokratisch“, sagt sie und lacht.

Unterstützt wird die Bücherei zudem vom Bistum Aachen, denn Maria Waldrast ist eine katholisch-öffentliche Bücherei. „Dieses ’katholisch’ hat leider immer so ein Geschmäckle. Denn wir sind offen für jeden und haben auch nur eine kleine Ecke kirchliche Bücher“, sagt Thomas. Ihr ist wichtig, dass die Leute das wissen.

Dass die Bücherei mit nur wenigen Mitteln bestehen kann, liegt sicher auch an ihrer Lage. Die erscheint zunächst nicht so vorteilhaft, denn sie liegt etwas versteckt hinter der Kirche und ihren Gebäuden. Doch nicht nur die Kirchgänger schauen nach dem Gottesdienst gerne mal vorbei. Genau so die Marktbesucher und die Eltern der Kinder aus dem Kindergarten „Klar merken auch wir, dass das Interesse an Büchern in all den Jahren ein wenig nachgelassen hat“, sagt Dülks. Äußerst beliebt seien daher auch mittlerweile die DVDs sowie Hörbücher und zukünftig soll es auch E-Books geben, erklärt sie. „Obwohl auch viele immer noch sagen, wie schön es ist, ein richtiges Buch in der Hand zu haben.“