Natur : Frisch gepflanzte Bäume gleich wieder abgesägt

Im Bereich Holterhöfe beginnt bald der Bau der Erdgasleitung Zeelink. Deshalb wurden Gehölze beseitigt.

Im vergangenen Jahr sind in Holterhöfe Bauarbeiten beendet worden, die eineinhalb Jahre früher begonnen hatten: Die Anrather Straße wurde rund 30 Meter nach Süden verlegt, also von den Wohnhäusern abgerückt. Gleichzeitig wurde die alte Straße zum Radweg umgebaut. Zum Abschluss der Arbeiten pflanzte der Landesbetrieb Straßen NRW junge neue Bäume an der Straße. Um so mehr wunderte sich jetzt ein Anwohner, als er beim Spaziergang mehrere dieser Bäume samt ihrer jeweils drei Stützpfosten akkurat zwischen Stahlplanken und Radweg am Boden fand: Sie waren kurz über dem Boden abgesägt worden. Der Anwohner vermutete, dass es sich um einen Fall von Vandalismus handelt und schaltete unsere Redaktion ein.

Auf Nachfrage bei der Regionalniederlassung von Straßen NRW in Mönchengladbach stellte ein Sprecher des Betriebes klar: Es handele sich nicht um Vandalismus. Vielmehr habe das Gas-Fernleitungs-Unternehmen Open Grid Europe mit Sitz in Essen die Bäume abgesägt, weil es eine Leitung verlegen wolle. „Ich habe auch nicht verstanden, warum sie nicht umgepflanzt wurden“, so der Sprecher. Das Ganze sei „sehr unglücklich“. Und selbstverständlich müsse das Unternehmen die Bäume neu pflanzen.

Für das Unternehmen Open Grid teilt Sprecher Alexander Land mit: „Alle Behörden und Eigentümer sind vor der Maßnahme von uns informiert worden und waren auch im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens eingebunden.“ Die Fällung sei im Vorfeld des Baus der Erdgasfernleitung Zeelink notwendig. Einen Baumbestand im Bereich des Arbeitsstreifens dürfe es nicht geben, die Fällung sei deshalb nicht zu vermeiden gewesen. Dass dies so kurz nach der Pflanzung geschehe, sei „nicht schön“, räumt er ein. Ob die Arbeiten mit Straßen NRW möglicherweise schlecht koordiniert waren, die Anpflanzung an der Stelle also besser nicht erfolgt wäre, ließ er offen.

Die 215 Kilometer lange Erdgas-Fernleitung Zeelink reicht von der belgisch-deutschen Grenze bei Lichtenbusch über Hochneukirch und Holterhöfe bis Kempen/St. Hubert und von dort aus weiter nach Legden bei Ahaus in Nordrhein-Westfalen. Verantwortlich für die Planung und die Durchführung ist die Open Grid Europe GmbH. Der Bau soll in diesem Jahr erfolgen, die Inbetriebnahme ist für Anfang 2021 geplant.

Mehr von Westdeutsche Zeitung