West : Bund bezahlt Westtangente

Der Ausbau der Oberbenrader Straße kommt — spätestens 2030.

Krefeld. Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat am Mittwoch in Berlin den sogenannten Bundesverkehrswegeplan vorgelegt. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ihm dabei bewusst war, für welches lang diskutierte Krefelder Thema er da eine Lösung vorlegte.

260 Milliarden Euro werden in Straßen, Schienen und Wasserwege im ganzen Land investiert. 24,3 Millionen Euro davon werden für die Realisierung der sogenannten Westtangente verwendet. In Dobrindts Papier ist das Projekt als Maßnahme mit „vordringlichem Bedarf“ ausgezeichnet.

Das heißt, der Ausbau des engen Landweges zur gut ausgebauten zweispurigen Landstraße soll allerspätestens bis zum Jahr 2030 fertiggestellt werden. Das ist gar nicht so lange, wenn man bedenkt, wie lange die Verbindung zwischen St. Töniser Straße und Hückelsmaystraße schon im Gespräch ist. „Es ist ein Thema, dass uns im Westen schon lange interessiert. Es beschäftigt mich, seit dem ich 1979 Ratsmitglied geworden bin“, sagt der stellvertretende Bezirksvorsteher Hans-Josef Ruhland am Mittwoch.

Und es sei ein Thema, dass unentwegt für Redebedarf sorge. Der Rückstau im morgendlichen Berufsverkehr ziehe sich in Richtung Krefeld bisweilen bis auf die Hückelsmaystraße, höre Ruhland immer wieder. Außerdem sei die Fahrbahn derzeit noch so eng, dass schwere Laster das Weiterkommen verhindern.

Mitte letzten Jahres hatten die Grünen für hitzige Diskussionen gesorgt, als sie vorschlugen, die Oberbenrader als Anliegerstraße auszuweisen, um die Verkehrsprobleme auf der Verbindung, die von vielen Autofahrern aus dem Kreis Viersen und Kleve als Umgehungsstraße oder Schleichweg genutzt werde, in den Griff zu bekommen.

Die Bezirksvertretung hatte damals den Antrag der Grünen abgeschmettert und darauf verwiesen, dass es keine andere Nord-Süd-Verbindung gebe, die den Verkehr aufnehmen könne. Da der Bund nicht zahlen wolle, hatte die CDU vorgeschlagen, die Straße „punktuell zu Ertüchtigen.“ Das könnte jetzt mit Dobrindts Segen hinfällig werden.