Krefeld: Bürger sollen Millionensanierung des Schroesdyks zahlen

Straßen : Bürger sollen Millionen für Schroersdyk zahlen

Bei der Sitzung der Bezirksvertretung Nord machen Betroffene ihrem Ärger Luft. Politiker versprechen Hilfe.

Die Nerven liegen bei den Bewohnern des Schroersdyks zwischen Inrather Straße und Am Schleitershof blank. Die Kosten für die Herstellung des etwa 400 Meter langen Straßenstücks sind auf 1,7 Millionen Euro beziffert. Davon werden 90 Prozent von rund 1,1 Millionen auf die Anlieger umgelegt. Die Bürger hatten in der Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretung (BZV) Nord die Möglichkeit, ihre Sorgen und Fragen zu äußern. Es hatte den Anschein, als wären alle Bewohner dieses Straßenstücks vor Ort gewesen. Sie machten ihrem Unmut Luft.

Eine wichtige Information gab Norbert Hudde, Fachbereichsleiter Stadt- und Verkehrsplanung, zu Beginn: „Ende Juli bis September können sich die Bürger bei uns an der Parkstraße melden. Wie klären dann gemeinsam, wie hoch die zu zahlenden Einzelbeträge sind.“

Die Bürger wollten wissen, wer den Status der Ersterschließung für die Straße festsetzt, die umlagepflichtig ist. „Ich wohne schon lange da und habe alle Anschlüsse, nur keinen Bürgersteig“, lautet die Aussage. Die Antwort: „Das bestimmt das Bundes-Gesetzbuch.“ Ein anderer erklärte: „Die Maßnahme trifft mich existenziell. Vielleicht muss ich verkaufen und wegziehen.“ Oder: „Danach haben wir eine neue Straße, aber kein Geld mehr zum Leben.“ Ein Bürger möchte eine Aufstellung, in der steht, welche beteiligten Gewerke wie viel Geld bekommen.“ Eine Frau meldet sich: „Wieso müssen wir für die Entsorgung kontaminierter Altlasten zahlen? Wer hat die verursacht?“

Bis zu einem Meter tiefe Torfschicht muss entfernt werden

Die Information der Verwaltung zum letzten Punkt: „Gemäß Bodengutachten vom April 2018 besteht der vorhandene Straßenaufbau im oberen Teil aus Auffüllungen, die zum überwiegenden Teil – durchsetzt von Schadstoff-Kontaminationen – zu Sonderdeponien gebracht werden müssen. Unter den Auffüllungen stehen an einigen Stellen bis zu einem Meter tiefe Torfschichten an. Diese müssen im Zuge des Straßenausbaus entfernt und tragfähiger Ersatzboden eingebaut werden. Diese Maßnahmen steigern die Kosten für den Straßenbau um 300 000 Euro.“ Also die Kosten von insgesamt 1,1 Millionen Euro. Die Bürger machten einige Vorschläge zur Kostenminderung: Den Bürgersteig nur an einer Seite bauen. Keine Kissen zur Verkehrsberuhigung installieren, sondern Verengungen. Den bestehenden Graben für Versickerungsgewässer nutzen, statt teure Mulden bauen. Dringender Appell aus der Bürgerschaft an die Politiker: „Helfen Sie uns!“ Letztere übten sich in gegenseitiger Schuldzuweisung, in den vergangenen zehn Jahren keinen Beschluss zur Straßensanierung gefasst zu haben. Denn in dieser Zeit sind die Kosten für die Herrichtung drastisch gestiegen.

Ralph-Harry Klaer (SPD): „Wir müssen die Straße bauen. Bei den in Zukunft zu erwartenden Niederschlägen ist die Straßensituation nicht mehr zu halten. Wir müssen die Planung forcieren. Wenn wir noch länger warten, wird es nicht billiger.“ Er betont ebenso: „Wir müssen die Härtefälle der Bürger angehen, damit niemand wegziehen muss.“ Seine Forderung an den politischen Gegner: „Lassen Sie uns zusammenraufen.“ Wolfgang Hildach (CDU) fordert die Verwaltung auf, sich um kostenmindernde Maßnahmen zu kümmern, um die Beiträge zu senken. Wir müssen jetzt sanieren, aber so, dass es für die Bürger vertretbare Erschließungsbeiträge gibt.“

Ruth Brauers, als beratendes Mitglied, möchte wissen, ob Mittel beantragt werden können, um die Kosten für die Beseitigung der Schadstoffe zu minimieren. Da die BZV-Mitglieder die Verwaltungsvorlage lediglich „zur Kenntnis“ nehmen können, sollen der Bauausschuss und schließlich der Stadtrat die Sanierung des Schroersdyks beschließen, „damit die Straße so umgesetzt wird, wie sie im 21. Jahrhundert in Krefeld sein muss“, sagt Klaer. Vorher sollen alle Fragen geklärt und die Transparenz der Kosten garantiert werden.

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