2400 Urnenplätze in St. Elisabeth

Drei Architektenbüros entwerfen ab Freitag die zukünftige Grabeskirche. Am 20. September wird das Ergebnis präsentiert.

Krefeld. Platz für mindestens 2400 Urnen, das ist die derzeit wohl wichtigste Zahl rund um die Planungen für Krefelds erste Grabeskirche. Am Donnerstag gaben die Pfarrer Klaus Stephan Gerndt und Thorsten Obst zum ersten Mal Details bekannt. Ab Freitag können drei ausgewählte Architekturbüros aus Krefeld, Mönchengladbach und Bochum Ideen entwickeln, wie der Innenraum St. Elisabeth von Thüringen an der Hülser Straße für seinen neuen Zweck umgewandelt werden könnte. „Es sei ein einscheidender Termin“, urteilte Obst über die nächste Phase. Im September soll feststehen, welcher Architektenentwurf umgesetzt wird.

Foto: Andreas Bischof

Was die Kreativität der zum Teil mit dem Bau von Grabeskirchen bereits erfahrenen Architekten angeht, will die Grabeskirchenkommission der Gemeinde Heiligste Dreifaltigkeit nicht einengen. Sie hat allerdings einige Vorgaben, die sie bei den Vorentwürfen berücksichtig wissen will. Dabei ist die Zahl der Urnenplätze in Form von Einzel- und Mehrfachgrabstätten das „wohl größte Detail“, wie Klaus Stephan Gerndt sagt. Sie sollen vor allem aus finanziellen Gründen in Schritten von zunächst 1200 und dann noch zweimal 600 Plätzen phasenweise aufgebaut werden können. „Wir wissen auch aus anderen Grabeskirchen, dass es keine gute Wirkung hätte, wenn es zu Beginn viele leere Plätze gäbe“, so Gerndt.

Was Material und Bauweise angehe, habe die Kommission bei Besuchen anderer Grabeskirchen alles gesehen. Von versetzten Fächern aus Apfelholz wie in Rheine bis zu Regalsystemen mit Steinquadern wie in Viersen. „Von unserer Seite gibt es nur eine Vorgabe: Wir wollen keine Glaslösung wie in Hannover oder Erfurt“, sagt Gerndt, „wir haben Sorge, dass der Wettbewerb ,Wer hat die schönste Überurne’ ensteht.“ Lediglich die Größe der Fächer in Höhe und Breite habe man festgelegt: Sie soll bei 30 mal 30 liegen und für Mehrfachgrabstätte in der Tiefe variieren. Und Angehörige sollen für Blumen Platz finden können.

Ansonsten soll es in der Nähe der Grabstätten Sitzmöglichkeiten geben. Dass sich Trauernde Stühle holen müssten, wie in anderen Grabeskirchen, wolle man nicht.

Für den liturgischen Raum mit Altar, den man für die Trauerfeiern genauso wie für die sonntägliche Messen erhalten will, sollen die Architekten etwa ein Drittel des Raumes einplanen. Derzeit sehe man ihn im bisherigen Bereich des Hochchores mit Altar. „Aber wenn es gute Argumente gibt, ihn woanders zu planen, wäre das auch denkbar“, ergänzt Gerndt.

Was die Umgestaltungskosten angehe, habe man den Architekten eine Grenze genannt, die man aber nicht öffentlich machen wolle. Klar ist, das mit dem Geld, das durch den Verkauf der Ruhestätten eingenommen wird, nicht nur der Umbau, sondern auch die Sanierung von St. Elisabeth finanziert werden muss. Darüber, wie hoch der Renovierungsbedarf ist, wird man ebenfalls nicht sprechen. Die nötigen Restaurierungen bei gleichzeitigen Kürzungen des Bistums für Immobilien waren der Hauptgrund für die Idee, diese Kirche der Gemeinde in eine Grabeskirche umzuwandeln und so zu retten.

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