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Siedlungsgebiete in Krefeld : Initiative will Landschaftspark an Ottostraße

Siedlungsgebiete in Krefeld : Initiative will Landschaftspark an Ottostraße

„Freiraum Nord-West“ protestiert gegen Bebauungsoption des Regionalrats im Regionalplan.

Über die geplante Änderung des Regionalplans hat es im vergangenen Jahr in Krefeld heiße Diskussionen gegeben. An deren Ende stand die Entscheidung des Planungsausschusses des Regionalrates Düsseldorf, verschiedene Flächen in der Stadt nicht länger als künftige Siedlungs-, sondern nur noch als „Sondierungsbereiche für ein Allgemeines Siedlungsgebiet““ zu betrachten. Das geht der „Initiative Freiraum Nord-West“ mit Blick auf die Bereiche Obergplatz/Ottostraße aber längst nicht weit genug.

„Wir protestieren energisch gegen die Festlegung einer Bebauungsoption in dieser Form! Wir fordern, die Fläche als Landschaftspark zu erhalten und zu entwickeln.“ So steht es in einem Schreiben, das vor wenigen Tagen an die Bezirksvertretung, den Stadt- und Regionalrat sowie die Ratsfraktionen gegangen ist. Unterschrieben haben es neben Mitgliedern der im Vorjahr gegründeten Initiative auch Vertreter des Bürgervereins Grönland, des Bürgervereins Nord-West, des Kinderbauernhofs Mallewupp und des Kleingartenvereins Uhlenhorst.

Zur Begründung führen die Unterzeichner an, dass die Stadt Krefeld die Zahl der möglichen neuen Wohneinheiten im Vorjahr um mehr als 1500 auf knapp 10 000 heraufgesetzt habe. „Damit besteht kein Bedarf mehr an der Ausweisung neuer Flächen für eine mögliche Wohnbebauung“, heißt es. Der Stadtrat habe im September 2019 auch einen entsprechenden Beschluss gefasst, zudem seien die gemachten Prognosen über die Bevölkerungsentwicklung „mehr Wunsch als Wirklichkeit“.

Eindringliche Bitte
an den Regionalrat

Im derzeit gültigen Landschaftsplan sei die genannte Fläche unter anderem mit den Funktionen „Erhaltung als Grünfläche“ und „Ausbau der Landschaft für die Erholung“ ausgewiesen. „Die dramatische Zuspitzung des Klimawandels macht diese Nutzungsform erst recht alternativlos“, heißt es dazu in dem Schreiben.

„Eindringlich“ wird deshalb die Bitte vorgebracht: „Der Regionalrat möge unverzüglich von der Ausweisung der Fläche als Sondierungsbereich absehen und zum ursprünglichen Ausweis der Fläche als Freiraum zurückkehren.“ Die Initiative erarbeite für sie derzeit ein detailliertes Entwicklungskonzept und suche dafür die Zusammenarbeit mit Bürgern und Experten. Rund 4000 Unterschriften hatte die Initiative im Vorjahr nach eigenem Bekunden gegen eine Wohnbebauung gesammelt. Für eine Fläche von 37 000 Quadratmetern an der Ottostraße hatte ein interessierter Investor schon eine Bebauung konkret benannt.

Wie die Bezirksregierung gegenüber unserer Redaktion 2019 klargestellt hatte, ermöglichen „Sondierungsbereiche“ noch keine Bauleitplanung. Sie halten den Raum aber von konkurrierenden Nutzungen frei, „um gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt die Option einer Regionalplanänderung zu erwägen“.