In Krefeld steht Helau-Rufen auf dem Stundenplan

Fröhliches Lernen: Heute steht Helau-Rufen auf dem Stundenplan

In der Musikschule sorgen die Aktion Kunst und Kultur im Unterricht und Bürgerstiftung für fröhliches Lernen.

Thomas Jansen von der Aktion Mobifant macht vor, wie es geht: „Wir nehmen die rechte Hand nach links unten und führen sie schräg und mit Schwung nach oben. Dabei rufen wir: ,Krefeld Helau, Buchenschule Helau, Rosenmontagszug Helau’.“ 60 Kinder der Grundschule lachen und machen mit. Für sie steht Karneval in der Musikschule auf dem Stundenplan. Diese Veranstaltung ist eingebettet in ein Projekt, das die Aktion Kunst und Kultur im Unterricht (AKKU) und die Bürgerstiftung finanzieren. Die Krönung ist die Teilnahme am Krefelder Rosenmontagszug.

Der Hintergrund ist teilweise ernster Natur: „Karneval ist hier bei uns ein fröhliches Brauchtum und ein echtes Kulturgut. Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen kommen aus unterschiedlichen Ländern mit verschiedenen kulturellen Hintergründen“, sagt Heide Schremmer, Mitglied von AKKU. „Alle sollen andere Kulturen kennenlernen.“

Jansen erklärt weiter, dass Karneval gefeiert werde, um den dunklen Winter zu vertreiben, aber danach auch die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern stattfinde. Er berichtet ebenso von der anderen Seite des fröhlichen Treibens: „Was machen wir, wenn wir einen Betrunkenen treffen?“ Die Kinder wissen: „Da holen wir Hilfe.“

Dann wird es richtig karnevalistisch: Die Mädchen und Jungen gestalten ihre eigene Sitzung mit Elferrat, Büttenreden, Gesangsgruppe und Gardetanz. Unterstützt werden sie von einem Profi: Sabrina Belles von der Linner Burggarde setzt das spritzige Programm nach allen Regeln der Karnevalskunst zusammen. „Karneval heißt auch Verein, Gemeinschaft und Spaß“, erklärt sie. Und die größte Überraschung gelingt auch: Das Prinzenpaar Andreas II. und Claudia II. gibt sich die Ehre.

„Fahrradgefährten“ zum
Thema Panoptikum Krefeld

Ein weiterer Teil des Projekts ist die Teilnahme am Rosenmontagszug. Die Aktiven sind hier die Aktion Mobifant als Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Canapee als Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung, die Gesamtschule Uerdingen, die Marienschule und die Buchenschule.

Schremmer: „Alle Teilnehmer bauen Anhänger, so genannte Fahrradgefährten, als Fußgruppe für den Rosenmontagszug. Im vergangenen Jahr wurden bereits Clowns, das Gesicht von AKKU, gebastelt. Damit haben wir den ersten Preis bekommen. Jetzt geht es zum Thema ,Panoptikum Krefeld’ darum, besondere Stätten in der Umgebung der Kinder und Jugendlichen, die ihnen wichtig sind, auf den Anhängern bildlich darzustellen.“

Das geht von Spielplätzen über Wassersportstätten bis zu Haus Lange und Haus Esters. „Die Mädchen und Jungen sind gerade dabei, das richtig schön zu verwirklichen“, sagt Schremmer. „Die fertigen Fahrradgefährten werden am 23. Februar in Anwesenheit von Oberbürgermeister Frank Meyer vorgestellt.“

Die teilnehmende Jasmin (11) ist schon ein richtiger Karnevals-Profi: „Ich tanze in einer Garde und habe im vergangenen Jahr auch schon den AKKU-Clown gebastelt. Hier haben wir über Karneval geredet. Er gehört zu meinem Leben dazu.“

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