Zauberer Andreas Lischke lässt den Verstand verzweifeln

Zauberer Andreas Lischke lässt den Verstand verzweifeln

Der 47-jährige Mentalmagier aus Krefeld beherrscht das Gedankenlesen und viele andere verblüffende Tricks.

Krefeld-Hüls. 13 Stufen führen zur Mentalmagie. Das verspricht ein Standardwerk der Zauberkunst. Andreas Lischke lacht darüber herzlich. Natürlich kennt er das Buch. Aber allein die Lektüre weiht den Laien noch lange nicht in die hohe Kunst der Magie ein. Sonst könnte schließlich jeder zaubern.

Andreas Lischke ist Mentalmagier. In seiner Gegenwart glauben selbst realistische Zeitgenossen an die Existenz übersinnlicher Fähigkeiten. Der 47-Jährige spürt, was man denkt, er kann das Unausgesprochene lesen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Lischke verfügt nicht über übernatürliche Kräfte. Dafür aber kennt er die geheimnisvolle Macht der Suggestion. Und seine frühere kriminalistische Ausbildung hat ihn im Umgang mit Menschen psychologisch geschult. Das hilft bei den magischen Techniken, die Lischke leider nicht verrät. „Dieses Gebot steht in der Satzung des Magischen Zirkels“, erklärt er die Geheimhaltung.

Der Magische Zirkel von Deutschland ist eine Vereinigung der Zauberkünstler zur Pflege und Förderung der magischen Kunst. Lischke gehört dem Vorstand an, ebenso ist er im Vorstand der Gemeinschaft Europäischer Mentalisten. Einmal im Jahr treffen sich alle Mitglieder, Hellseher und Geisterbeschwörer und knüpfen ihre magischen Bande.

Seit 1994 zaubert Lischke nach allen Regeln der Kunst. Die Mentalmagie hat der Autodidakt vor zehn Jahren zu seiner Profession gemacht. Wo ist eigentlich der Unterschied? „Bei der Zauberei weiß der Zuschauer, dass es ein Trick ist. Bei der Mentalmagie bleibt immer ein Quentchen Unsicherheit.“

Lischkes abendfüllende Mystique-Show ist ein Mix aus beidem. „Das kommt beim Publikum gut an“, weiß der Meister des Hexeneinmaleins. Am beliebtesten ist zurzeit sein „dreifaches Gedankenlesen“. Die Zuschauer werden Teil der telepathischen Darbietung, treffsicher zählt Hellseher Lischke ihnen gedachte Namen, Orte und Jahreszahlen auf. Mit bloßem Verstand nicht zu fassen sind auch das magische Quadrat oder die ESP (Extra Sensorial Perception)-Karten mit den fünf Symbolen Kreis, Welle, Stern, Quadrat und Kreuz.

Ob Zahlenkunst, Schnellrechnen oder Gedankenlesen — humorvoll bettet Lischke Magie, Psychologie und außergewöhnlichen Phänomene in eine unterhaltsame Geschichte. Die Show sei „harter Tobak“. Alte Mythen, Hexen und Tarotkarten spielen eine Rolle. Am Ende zweifelt der Zuschauer an seinem Verstand.

Als nächstes möchte Andreas Lischke die Zauberkunst in Krefeld etablieren und mit anderen Zauberern, Magiern und Illusionisten dem Publikum den Kopf verdrehen. Zurzeit tüftelt er aber an einer Lottozahlen-Vorhersage. Wenn Lischke der Blick in die Zukunft gelingen sollte, wird er wohl nicht mehr auftreten. Schade wär’s.

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