WZ-Bus in Hüls: Platz-Verweis für die Jugend

WZ-Bus in Hüls: Platz-Verweis für die Jugend

Vehement ergriffen beim WZ-Bus die Jugendlichen für sich Partei und kritisierten die Polizei.

Krefeld. Ziemlich sauer zeigten sich die Jugendlichen vom Hülser Marktplatz: Das Bild, das von ihnen vor allem durch die Junge Union (JU) in letzter Zeit gezeichnet wurde, sei völlig verzerrt. Niemand von der JU habe sich bislang mit ihnen auseinander gesetzt und die meisten Jugendlichen wussten von der Gruppierung überhaupt nichts.

"Ich bin öfters hier", sagt Verena Jürgens (16) aus Rheurdt. "Ich finde das total übertrieben, was die Junge Union sagt. Und ich finde es schlecht, dass es so verallgemeinert wird." Unter den Jugendlichen, die am Hülser Markt abhingen, seien aber schon welche, die "total asi" seien.

Das seien Jugendliche, die mit Rollern durch den Park fahren, weiß Svenja. "Die nehmen auch keine Rücksicht auf kleine Kinder." Die Polizei hätten sie schon auf diese Jugendlichen hingewiesen. Wohl ohne Erfolg, denn ein guter Draht existiert zwischen Polizei und den Jugendlichen nicht. "Der Dorfpolizist denkt, dass wir asozial sind", erzählt Anastasia Philippi (16).

"Wir quatschen hier nur." Klar, da sei es auch schon mal lauter und im Park tränken sie abends auch mal ein Bier. "Wenn in Hüls Feste sind, laufen die Erwachsenen auch betrunken durch die Gegend", sagt Anne-Katrin Wöhlcke (16). Auch sie nervt es, dass die Polizei die Jugendlichen ständig wegschicke. "Irgendwann ist es ein Hüls-Verbot." Zudem hätten weder die JU, noch die Anwohner sie bislang angesprochen. "Es ist schon sehr komisch, dass sich so viele beschweren und dann kommt keiner."

Von einem 16-Jährigen bekommt die Polizei keine guten Noten. Er sei ohne einen für ihn nachvollziehbaren Grund festgenommen worden. Jetzt habe er eine Anzeige am Hals. Außerdem sei es unangenehm, in Handschellen "über den Markt geschleift" zu werden.

"Bereits am späten Nachmittag verbietet uns die Dorfpolizei, auf dem Marktplatz zu sein", regt sich der 14-jährige Arthur auf. Unfair behandelt fühlt sich auch Laureen. "Wo sollen wir denn in unserer Freizeit hingehen? Hier werden wir vertrieben und das Jugendzentrum ist zu klein und ist außerdem nicht immer geöffnet", beschwert sich Kevin. "Wir wünschen uns eine einfache Halle, die zentral gelegen ist und nichts kostet", schlägt Dunja eine Alternative vor.

Differenzierter sahen die Erwachsenen die Sache am WZ-Bus. Rainer Rücken: "Das Problem hatten wir schon mal vor 20 Jahren. Damals gab es aber wenigstens eine bezahlbare Gastronomie, wo junge Leute verkehren konnten." Eva Starck sah letztens Jugendliche mit einem Kasten Bier in Richtung Park gehen. "Wenn auf dem Spielplatz später das Glas rumliegt, ist das nicht so toll." "Ich habe es selbst erlebt in der ersten April-Woche" sagt Günther Drieskes. Am Marktplatz haben Jugendliche Alkohol getrunken. "Am Schluss flogen die Getränke-Kartons." Den Schmutz habe dann die GSAK entfernen müssen. "Das war aber mein erstes und einziges Erlebnis." Aber: "Das Jugendschutzgesetz greift hier gar nicht. Das ist hier für die Katz."

"Grundsätzlich ist auch nichts dagegen einzuwenden, dass Jugendliche sich hier aufhalten", sagt Anwohnerin Martina Krusat. "Nur der Alkohol ist das Problem. Ich sehe viele Jugendliche mit Bierflaschen auf den Bänken sitzen, die sie anschließend einfach achtlos auf den Boden werfen. Am nächsten Tag liegt alles voller Scherben." Verständnis für die Jugendlichen zeigen Nina Hauler und Ehrenfried Lange. Er meint: "Die Jugend hier in Hüls braucht eine gezielte Anlaufstelle mit Aufsichtspersonal. Wir brauchen ein sinnvolles Angebot speziell für die 14-16-Jährigen. Das ist ein großes Manko in Hüls."