„WZ vor Ort“ Neues Schwimmbad in Hüls: „Es geht alles nicht schnell genug“

Krefeld · Es gibt viele Wünsche zum geplanten neuen Schwimmbad in Krefeld-Hüls – doch was viele umtreibt, ist die lange Wartezeit.

Die Diskussionen drehten sich um das Kombibad Hüls. Mit dabei: Bezirksvorsteher Thorsten Hansen (2.v.l.) und sein Vorgänger Timo Kühn (2.v.r.)

Die Diskussionen drehten sich um das Kombibad Hüls. Mit dabei: Bezirksvorsteher Thorsten Hansen (2.v.l.) und sein Vorgänger Timo Kühn (2.v.r.)

Foto: Andreas Bischof

Die einen trauern ihrem alten Naturschwimmbad am Hölschen Dyk nach, möchten es am liebsten behalten, die anderen sind mit der neuen Lösung des Kombibades am Reepenweg durchaus einverstanden. Was alle Besucher bei „WZ vor Ort“ auf dem Marktplatz umtreibt, ist die lange Zeitspanne, bis es – besonders für Kinder – soweit ist, mit dem Schwimmen lernen und Spaß haben im kühlen Nass im Ortsteil Hüls.

Schon bei der Ankündigung von „WZ vor Ort“ läuft die Mailbox in der Redaktion mit vielen Schreiben und unterschiedlichen Meinungen voll. Zum Termin kommen entsprechend weniger Leute auf den Marktplatz, aber sie haben viel zu sagen.

Zu Beginn informieren Bezirksvorsteher Thorsten Hansen (Grüne) und Vorgänger Timo Kühn (CDU): „Es wird ein Jahr früher, also 2026, mit der Realisierung angefangen“, erklärt der Grüne. „Das Naturbad hat aus planungsrechtlichen Gründen keine Chance mehr“, ergänzt der Christdemokrat. „Wir haben mehrere Optionen geprüft. Der Reepenweg ist die beste.“

Die Bürger können sich mit der Vorgehensweise oftmals nicht abfinden: „Ich finde es eine Schande, dass für den Bau eines neuen Schwimmbades, das uns als Multifunktionsbad ,verkauft` wird, das Naturfreibad Hüls vernachlässigt beziehungsweise geopfert wird“, schreibt Elvira Terhoeven. „Es ist ein optisch unglaublich schöner Ort der Erholung und gehörte seit Generationen zum Stadtbild. Unglaublich, dass es uns genommen wurde und es für den Erhalt keine Lösung geben soll.“

Türmchen-Kinder wünschen sich ein Freibad mit Liegewiese

Monika Schüeren ist anderer Ansicht: „Es wäre sehr wünschenswert, das Kombibad zu bauen. Nachdem das Freibad geschlossen ist, nutzen mein Mann und ich die verschiedenen Frei- und Hallenbäder in Moers. Ich schiele immer ein wenig neidisch dorthin, da Moers mit seinen rund 105 000 Einwohnern schwimmbadtechnisch und auch in anderen Dingen wie der Innenstadt so viel besser aufgestellt ist als Krefeld, das mehr als doppelt so viele Einwohner hat. Ich wünsche mir vor allem für die Kinder und Jugendlichen ein attraktives und bezahlbares Schwimmbad in Hüls. Es wird immer beklagt, dass es so viele Nichtschwimmer gibt.“

Die Kinder und Jugendlichen des Jugendzentrums Türmchen schreiben: „Wir wünschen uns eine Wasserrutsche, ein Freibad für den Sommer, eine Liegewiese und einen Sport- und Spielbereich für Volley-, Fuß- und Basketball und eine Imbissbude. Dazu einen Spiele-Container und für unsere kleinen Geschwister ein Nichtschwimmer-Becken, sowie ein Schul-Becken, das höhenverstellbar ist.“ Mit Anna Lardara als Leiterin und Nils Thomas dem pädagogischen Leiter, unterzeichnen Phine, Mina, Lani, Max, Florian, Nico, Rilana, Curtis und Kilian. Außerdem wünscht sich Lardara mehr Transparenz bei den städtischen Planungen und findet es äußerst wichtig, dass die Kinder ihr Seepferdchen ablegen können.

Bürgervereins-Vorsitzender Daniel Franzen empfindet es beschämend, dass das Hülser Vorhaben auf der städtischen Prioritätenliste, beispielsweise durch den Bau der Eishallen und wegen des Seidenweberhauses, nach hinten gerutscht ist. „Es geht einfach nicht voran, das macht die Bürger müde“, bemängelt er. „Die Politik in Stadtmitte muss offener kommunizieren. Ich bin sicher: Unsere Kinder werden nicht in Hüls schwimmen lernen.“

Ruth Götz wendet sich an die Mitglieder der Gemeinde Hüls, um für den Erhalt des über 100 Jahre alten schönen Naturschwimmbads zu plädieren, als Stück Geschichte, das es zu bewahren gelte. „Es ist bedauerlich zu sehen, dass die Gemeinde nicht angemessen in die Entscheidungen bezüglich des Schwimmbads einbezogen wird. Ich glaube, viele Hülser würden mit anpacken, um es wieder einsatzbereit zu machen. Es ist und bleibt das schönste Freibad weit und breit.“

Ute Kritzinger findet, dass es genug Grundstück am alten Bad gibt, um dort auszubauen. „Die Lösung an Gesamtschule und Hauptverkehrsstraße ist für die Anwohner unzumutbar.“

Evangelos Karastergios mailt mit ähnlichem Inhalt: „Ich bin erfreut, dass Hüls ein Kombibad bekommen soll. Jedoch werden die angrenzenden Anwohner kaum in die Planung der Verkehrswege mit einbezogen. So macht sich hier die Sorge breit, dass der geplante Zufluss an Badewilligen zu einem Parkplatz-Problem und einem Verkehrschaos führen kann. Hier muss ein Zeichen gesetzt werden, dass die angrenzenden Straßen zu Anwohner-Straßen erklärt werden, oder die B9 als Zufahrt genutzt wird.“

Werner Rippich fand das Naturbad in der Nähe des Sportplatzes des HSV immer schön und in der Jugendzeit geradezu ideal. Wolfgang Louven würde interessieren, warum die Stadt das Gutachten zum alten Freibad unter Verschluss hält. „Stehen da Dinge drin, die der Stadt peinlich wären oder würde so manche Unwahrheit auffliegen?“, fragt er.

Angela Zielinski wünscht sich ein großes Sportbecken. „Denn für begeisterte Sportschwimmer wird es immer eng im Ganzjahresbecken. Auch ein Außenbereich, den man ganzjährig nutzen kann, wäre schön.“

Thoren Spender sagt: „Das alte Freibad zu nutzen, wäre auch mein Wunsch. Aber das Bad am Reepenweg zu bekommen ist auch gut, passt.“ Aber: „Es geht alles nicht schnell genug.“

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