Bürgerradweg und Co. Mit diesen Projekten soll Wuppertal fahrradfreundlicher werden

Wuppertal · Wuppertal soll fahrradfreundlicher werden – doch wie? Welche Projekte jetzt in Angriff genommen werden sollen.

  Wer hier Priorität hat, ist ersichtlich. Doch durch eigene Radwege könnten solche Situationen vermieden werden.

Wer hier Priorität hat, ist ersichtlich. Doch durch eigene Radwege könnten solche Situationen vermieden werden.

Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Wuppertal soll fahrradfreundlicher werden. Nachdem vor der Sitzung des Verkehrsausschusses am Dienstag rund 60 Menschen für eine bessere Radverkehrspolitik in der Stadt geworben hatten (die WZ berichtete), nahmen die Politiker des Ausschusses mehrere Projekte in Angriff.

Dazu gehört unter anderem der vor allem von den Dönbergern seit langem gewünschte Bürgerradweg. Er soll vom Ortsausgang Dönberg über die Straßen Horather Schanze, Herzkamper Straße und Zum Alten Zollhaus bis zum Hatzfelder Wasserturm verlaufen und komplett vom Land NRW finanziert werden. Die Kosten betragen hierfür nach Informationen des Bürgervereinsvorsitzenden Hans-Joachim Lüppken rund 1,5 Millionen Euro. Sobald die Verträge mit den Grundstückseigentümern unter Dach und Fach sind, kann sich das Land durch die Ausschreibung des Radwegebaus nach Fachfirmen auf die Suche machen. Wie Lüppken erklärt, sollen alle Eigentümer bis zu den Sommerferien zu einem Informationsgespräch eingeladen werden. Sie müssen etwa drei bis dreieinhalb Meter ihres Grundstücks abtreten, damit dort der Bürgerradweg gebaut werden kann. Dafür sei eine Zustimmungserklärung notwendig.

„Einen ersten Brief zum Bürgerradweg hatte ich schon Ende der 90er-Jahre geschrieben“, erinnert sich Lüppken. Da es sich bei der Strecke um eine Landstraße handle, sei für die Finanzierung aber nicht die Stadt, sondern das Land zuständig. Radfahren sei dort bislang mit Gefahren verbunden. „Die Autos fahren oft viel zu schnell, selbst Lastwagen brettern da durch.“ An der Horather Schanze befinde sich zudem der Tennisclub WTC Dönberg, in dem auch viele Jugendliche aktiv seien. Der neue Weg soll als kombinierter Fuß- und Radweg separat der Straße verlaufen und mit einem Pflanzstreifen als Schutzstreifen versehen werden. Die Straße selbst werde „verschwenkt“, wie Lüppken es beschreibt und über ein von einem Landwirt zur Verfügung gestelltes Feld verlaufen. Lüppken rechnet damit, dass bis zur Eröffnung des Bürgerradwegs „noch zwei Jahre“ vergehen werden.

Grünen-Politiker Rainer Widmann, Mitglied des Verkehrsausschusses, hebt hervor, da im städtischen Ressort für Straßen und Verkehr keine Kapazitäten vorhanden waren, sei das Projekt vom ehemaligen Büroleiter des Verkehrsdezernenten Frank Meyer, Bernd Osthoff, bearbeitet worden, obwohl dieser schon seit Längerem im Ruhestand ist.

Im Anschluss könnte das von Bund und Land mit 95 Prozent der Kosten finanzierte Projekt Hatzfeldtrasse beginnen. In einem ersten Schritt soll vom Wasserturm Hatzfeld ein 500 Meter langer Abschnitt beidseitig der Straße Zum alten Zollhaus, dann über die Gruner Straße auf der alten Straßenbahnstrecke bis zur Einmündung Winchenbachstraße ausgebaut werden. „Wenn alles gut geht, könnte schon Ende 2025 mit ersten Baumaßnahmen begonnen werden, sofern die Fördermittel bewilligt werden“, prognostizierte Rainer Widmann.

Erfreut zeigte sich Widmann zudem darüber, dass entgegen dem Beschluss der Bezirksvertretung Barmen Ende Mai, ein wichtiges Herzstück des Talachsenradweges am Hardtufer und in der Hünefelstraße einstimmig gebilligt wurde. In der Bezirksvertretung am 28. Mai war die Umwandlung des Hardtufers noch mit der Mehrheit aus SPD, CDU, FDP und den Linken abgelehnt worden, weil dadurch unterhalb der Hardt entlang der Wupper einige Parkplätze entfallen.

Ebenso wurde die Verwaltung durch einen einstimmigen Beschluss beauftragt, für die vor einigen Monaten entstandene Lücke im Zuge der Nordbahntrasse im Bereich Am Diek eine kurzfristig umsetzbare Radverkehrsführung vorzulegen. Umgehend soll hier eine bessere Beschilderung, eine Ergänzung der Wegweisung und Hinweise auf kreuzenden Radverkehr aufgestellt werden.

Dennoch war auch der motorisierte Individualverkehr weiterhin Thema, insbesondere für die Erstellung eines Parkraumkonzeptes. Der Bereich, den Stella Maria Schwietering vom Ressort Straßen und Verkehr vorstellte und der nun von einem externen Planungsbüro mit Bürgerbeteiligung bearbeitet werden soll, umfasst die gesamte Elberfelder Nordstadt von der Mirke bis zur Aue und Teile vom Ostersbaum. Im November soll das bis dahin noch zu findende Büro mit den Vorplanungen beginnen.