Krefeld: Wildschweine am Hülser Berg dürfen nicht mehr gefüttert werden

Krefeld: Darum dürfen die Wildschweine am Hülser Berg nicht mehr gefüttert werden

Der Nachwuchs bei den Wildschweinen am Hülser Berg macht einen gesunden Eindruck. Damit das so bleibt, sollen Besucher die Tiere nicht mehr füttern. Die Hintergründe.

Gute Nachrichten aus dem Wildschweingehege auf dem Hülser Berg: Beide Bachen, wie weibliche Wildschweine im Fachjargon genannt werden, haben eine zweistellige Anzahl an Frischlingen zur Welt gebracht, wie die Stadt nun mitteilte. Alle Nachkommen machten einen gesunden und vitalen Eindruck.

Damit das so bleibt, hat die Verwaltung verordnet, dass die Besucher die Tiere nicht mehr füttern sollen. Hintergrund ist die im Ausland grassierende Afrikanische Schweinepest. Bisher hat die Seuche noch vor Deutschland Halt gemacht. Doch vor Kurzem berichteten Medien von Notfall-Übungen im Kreis Soest und Unna, falls sich der Erreger dort bemerkbar machen sollte. Die Schweinebauern im Land sind besorgt.

In Belgien ist die Krankheit bereits aufgetreten, genauso wie in osteuropäischen Ländern. Darunter das Baltikum, Polen, Rumänien, Ukraine und Ungarn. Um die Ausbreitung in Deutschland zu vermeiden, soll das Gehege auf dem Hülser Berg besser nach außen abgeschirmt werden. „Es besteht Handlungsbedarf“, sagte Bernhard Plenker (Fachbereich Umwelt) im Rahmen der Bezirksvertretung in Hüls: „Die Krankheit breitet sich von Osten nach Westen aus. Hier bei uns haben wir aber keine wildlebenden Schweine.“

Der Mensch könnte aber zur Gefahr werden, so Plenker, auch wenn er es nur gut meint mit den Tieren.

Mensch kann sich nicht
mit dem Erreger anstecken

Die Hülser Wildschweine sind ein Ziel vieler Ausflügler. Plenker: „Das Füttern ist verboten. Wir müssen jeden Infektionsweg ausschließen.“ Laut des Friedrich-Loeffler-Instituts kann sich das Virus über Sekrete, Blut und Sperma, aber auch durch Speiseerzeugnisse oder Abfälle verbreiten oder auch durch indirekte Übertragungswege (Geräte, Kleidung, Maschinen). Der Mensch kann sich dagegen nicht mit dem Erreger anstecken. 936 Wildschweine waren seit dem 1. Januar bis Dienstag in Europa betroffen, wie das Institut auf seiner Internetseite bekanntgab.

Die Zahlen jedoch steigen an. Infotafeln sollen die Besucher auf dem Hülser Berg warnen. Gefüttert werden die Tiere artgerecht täglich durch den Kommunalbetrieb, wie die Verwaltung mitteilte. Hunger leiden müssten die Schweine also nicht.

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