Krefeld: Schützenfest in Hüls hat Probleme

Brauchtum : Die Hülser Schützen fordern Planungssicherheit

Es ist unklar, wann mit der Umgestaltung des Kirmesgeländes begonnen wird.

Das nächste von vielen Kapiteln in der Umgestaltung des Hülser Kirmesplatzes ist aufgeschlagen. Bereits im Frühjahr 2012 sprachen sich die Bezirksvertreter „für eine planerisch saubere Sanierung“ aus. Mit dem Erlös einer guten Vermarktung der Alten Feuerwache könne der Platz gestaltet werden, hieß es, doch bisher geschah nichts. Weiterhin gleicht der Bereich einer grauen Schotterpiste.

In der jüngsten Sitzung macht Bezirksvorsteher Hans Butzen Druck. Die Mitglieder der Historischen Schützenbruderschaft wollen auch wissen, wie der Zeitrahmen der Sanierung aussieht, zumal die Feuerwache längst an Den Ham umgezogen und ein Investor gefunden ist. Butzen berichtet, dass der Betrag von 800 000 Euro für die Neugestaltung bereits seit vier Jahren im Haushalt verankert sei. Außerdem mutmaßt er in der Sitzung: „Das Haus soll wieder zum Verkauf stehen.“

Dem widerspricht Immobilienentwickler Kueppersliving. „Wir sind mit den Vorbereitungen des Bauvorhabens beschäftigt“, erklärt Firmeninhaber Jörg E. Weitzel. „Es ist derzeit schwierig, Bauunternehmen zu finden. Eine Veräußerung ist zu diesem Zeitpunkt nicht geplant.“ Im Internet wird die Immobilie von Kueppersliving folgendermaßen angeboten: „Auf dem Grundstück der Alten Feuerwache Hüls entstehen in 1A-Lage am Hülser Festplatz Neubaueigentumswohnungen mit zwei bis vier Zimmern und eine Gewerbeeinheit auf einer halboffenen Tiefgarage, Baubeginn 2019.“

Dazu sagt Stadtsprecher Dirk Senger: „Die Abrissgenehmigung ist noch bis März 2020 gültig. Unabhängig davon wird der Kommunalbetrieb Krefeld die vorliegenden Gestaltungsvorstellungen für den Platz bearbeiten und beschluss- und baureif machen.“

Das fordert auch Butzen in der Sitzung mit Nachdruck: „Die Umgestaltung muss in diesem Jahr begonnen werden. Die Planungen müssen in Auftrag gegeben werden, wir warten nicht mehr auf Investoren. Wenn der Platz umgestaltet ist, müssen sie sehen, wo sie ihre Baumaschinen hinstellen.“ Die historische Schützenbruderschaft drängt ebenfalls auf den Sanierungsstart des Kirmesplatzes und vor allem auf Planungssicherheit. „Die Umgestaltung des Bereiches soll doch 2020 begonnen und fertiggestellt werden“, äußert Pressesprecher Hans Hessel seine Informationen. „Wir haben sonst keine Möglichkeit, unser Zelt ortsnah aufzustellen.“

Denn ein Schützenfest sei ein finanzieller und organisatorischer Kraftakt mit Verträgen, unter anderem für Musik und Gastronomie. „Bei schwebenden Zuständen können wir nicht planen, das könnte teuer werden.“ Deshalb habe man auch in diesem Jahr auf den Vogelschuss verzichtet, der immer in Kombination mit der Frühjahrskirmes stattfinde.

Bei der Jahreshauptversammlung der Schützen im Januar 2020 wollen sie sehen, dass der Zeitplan eingehalten wird, damit Christi Himmelfahrt das nächste Schießen stattfinden kann.

Die Schützen agieren im Dreijahres-Modus: „Zuerst wird in der hauseigenen Anlage in der Klaus-Lauterbach-Halle der Vogel abgeschossen. Im zweiten Jahr steigt das Schützenfest und im dritten gibt es Aktivitäten innerhalb der Bruderschaft“, erklärt Hesse. „Das derzeitige Königspaar, Stephan und Silke Hoppe, hat sich bereit erklärt, die Regentschaft auf vier Jahre zu verlängern.“ Dazu zitiert Butzen aus einem Schreiben der Schützen: „Bisher wurde auch kein neuer König gefunden.“

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