Hans-Hubert Vonier: Seelsorger aus Berufung

Hans-Hubert Vonier: Seelsorger aus Berufung

Ein Gottesdienst zum goldenen Jubiläum: 50 Jahre ist Hans-Hubert Vonier bereits Priester.

Krefeld-Hüls. Mit den täglich anfallenden Aufgaben des Priesters konnte sich Hans-Hubert Vonier nie so recht anfreunden. "Der Pfarrer ist doch heute zuständig für alles, von der Betreuung der Kinder in der Kita, über die Gottesdienste bis zur Seniorenarbeit", sagt der 78-Jährige. "Dabei habe ich mich nicht wohl gefühlt."

So hat sich der Geistliche weniger auf Verwaltungsaufgaben und mehr auf die Seelsorge konzentriert. "Da habe ich gelernt, den Beruf zu lieben", erklärt der Hülser, der am 27. Juli sein goldenes Priesterjubiläum feiert.

Noch heute ist er froh, dass er 1975 an die städtischen Krankenanstalten versetzt wurde. "Dort wurde ein Krankenhaus-Seelsorger gesucht, da wollte ich hin." In mehreren Seminaren wurde er auf sein neues Aufgabengebiet vorbereitet. "Mich hat stets der Charakter, die seelische Stärke der Patienten beeindruckt, die schwere Krankheiten durchgestanden haben."

Trösten könne man nicht, sagt Vonier weiter. Sich künstlich als ebenfalls Betroffener darzustellen, gehe auch nicht. "Es ist wichtig, sich auf die Leute einzulassen. Sie dort abzuholen, wo sie sind und ihnen das Gefühl zu geben, sie zu verstehen und ganz für sie da zu sein. Sie müssen reden dürfen."

Beeindruckt war er auch von vielen Frauen, die im Krieg ihren Mann verloren hatten und ihre Kinder allein aufziehen wollten. "Sie waren treu und wollten nicht wieder heiraten."

Zuerst sei die Arbeit sehr anstrengend gewesen, erklärt Vonier, der begeisterte Sportler, der abwechselnd täglich an der Rudermaschine oder auf dem Fahrrad sitzt. "Heute gibt es im Klinikum drei Seelsorger, damals war ich alleine." 1987 wurde ihm die Krankenhaus-Seelsorge am Cäcilienhospital übertragen. "Hier war die Arbeit viel überschaubarer, persönlicher. Hier kennen mich alle und ich wollte Krefeld auch nicht mehr verlassen."

Durch Pater Adrian Spyra, seinen Vorgänger in Hüls, wurde er auf das Fischers-Meyer-Stift aufmerksam. "Ich habe ihn dort zuerst vertreten, dann hat mir die Arbeit im Altenheim zunehmend gefallen." So wirkt der Priester, der klassische und Jazz-Musik liebt, seit seiner Pensionierung im Jahr 2001 dort. "Ich treffe eine ganze Reihe von Ex-Patienten wieder", sagt er mit einem Lächeln. "Es sind andere Beziehungen, die ich jetzt pflege. Man kennt sich länger, hat ein großes Vertrauensverhältnis."

Jeden Dienstag zelebriert er den Gottesdienst Am Beckshof. Er besucht die Heimbewohner und bringt ihnen die Kommunion. Und wenn es nicht mehr so heiß ist, geht er auch wieder von Zimmer zu Zimmer und spricht mit den Senioren. "Im Fischers-Meyer-Stift werde ich weitermachen, solange die Kräfte reichen."