Greifvogel attackiert Jogger im Hülser Bruch

Greifvogel attackiert Jogger im Hülser Bruch

Naturschutzbund: Die Angriffe in den Sommermonaten sind unüblich.

Krefeld. Christian Maaßen hatte Glück im Unglück. Außer ein paar Kratzern und einem gehörigen Schrecken ist ihm nichts passiert. Den Angriff eines Greifvogels im Hülser Bruch wird er so schnell trotzdem nicht vergessen.

Vor zwei Wochen joggte Maaßen am Sperberdyk entlang, als er plötzlich merkte, „dass etwas Schweres auf meinen Kopf flog. Ich nahm meine Beine in die Hand, schrie und rannte los.“ Der Greifvogel ließ kurz von ihm ab, dann „hörte ich wieder Geflatter hinter mir und er wollte noch mal angreifen.“

Erst nach einem weiteren Abwehrmanöver des Joggers ließ sich das Tier vertreiben. „Das war ein Falke oder Bussard mit riesengroßen Flügeln“, erinnert sich Maaßen. Nicht zum ersten Mal wurde der Krefelder von einem Greifvogel im Bereich des Hülser Bergs attackiert. „Das war jetzt schon der dritte Angriff seit letztem Jahr.“ Insbesondere im Bereich Rohrammerdyk-Boomdyk-Sperberdyk-Hohlweg seien diese Vögel verstärkt anzutreffen, sagt er.

Vor kurzem wurde ein weiterer Jogger aus Tönisvorst am Hülser Berg von einem Mäusebussard attackiert. (Die WZ berichtete.) Unklar ist, ob es dich dabei um den selben Vogel handelt, der auch Maaßen angriff. „Wir haben gehört, dass diese Angriffe schon mehrmals vorgekommen sind“, sagt Jochen Schages vom Regio-Team Krefeld des Naturschutzbundes. „Das ist aber vollkommen unüblich. Zumal auch nicht klar ist, welche Situation zu den Vorfällen geführt hat.“

Eine Erklärung für die Aggressivität des Mäusebussards könnte laut Schages eine mögliche Gefangenschaft des Tieres gewesen sein. „Vielleicht hatte der Vogel schon mal schlechten Kontakt mit Menschen und reagiert deshalb in empfindlichen Situationen über.“

Ein Grund in Hysterie zu verfallen, sei das aber nicht. „Das sind scheue Tiere, die sich vor dem Menschen eher zurück ziehen. Die Brutzeit ist auch schon gelaufen, die Jungvögel fliegen bereits mit.“ Die Wahrscheinlichkeit auf einen aggressiven Greifvogel zu treffen, sei nach wie vor gering, heißt es. Man könne unbesorgt sein.

Christian Maaßen ist nach seinem bereits dritten Angriff alles andere als unbesorgt. „Manche Vögel geben sich mit einer Attacke nicht zufrieden, sondern versuchen, sich mehrmals auf ihr Opfer zu stürzen.“ Seit der Angriffe ist er wesentlicher wachsamer geworden. „Ich behalte die Tiere jetzt im Auge und bleibe immer wieder stehen, um die Vögel zu beobachten.

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