Frühlingsfest: „Der liebe Gott muss Hülser sein“

Frühlingsfest: „Der liebe Gott muss Hülser sein“

Bei herrlichem Wetter hat das Frühlingsfest begonnen. Der Andrang war groß.

Hüls. Wenn sich in Hüls der süßliche Duft von gebrannten Mandeln mit dem Geruch von Kräuterbonbons verbindet, weiß jeder: Das Frühlingsfest hat begonnen. Schon um 10.30 Uhr sind am Donnerstag die verwinkelten Gässchen im historischen Ortskern von Menschenmassen gesäumt. Überall wird gestöbert, geplaudert und geschlemmt.

Die kräftige Frühlingssonne bahnt sich ihren Weg durch die Baumkronen und spendet den Senioren beim traditionellen Pottbäcker-Frühstück am Konventplatz Licht und Wärme. Auch die Kinder genießen das Wetter. Die am frühen Morgen angelegten Jacken werden auf Mamas Arm zwischengelagert.

Angesichts des Sonnenscheins wundert sich auch wenig später niemand, dass Bezirksvorsteher Philibert Reuters das Frühlingsfest mit den Worten eröffnet „Der liebe Gott muss Hülser sein.“ Denn einen Tag zuvor deutete wahrlich nichts auf dieses Wetter hin.

Wie in jedem Jahr werden Reuters feierliche Worte vom Musikzug der Historischen Schützenbruderschaft und der Big Band der KKG Nette Stölle Jonges untermalt. „Ein paar Wolken habe ich zwar gesehen“, witzelt Reuters weiter. „Aber die waren irgendwo über St. Hubert.“

Man lässt keine Gelegenheit aus, die Sonderstellung von Hüls hervorzuheben. Was in Bayern „Mia san mia“ heißt, klingt hier so: „M’r sinn Hüls’r!“ Bevor die mit den Hufen scharrenden Kinder endlich die Fahrgeschäfte benutzen können, richtet Reuters seinen Dank an alle Mithelfer und Organisatoren, ohne deren Engagement das Fest nicht so stattfinden könnte.

Dem kleinen Lukas aus Hüls scheint das allerdings egal zu sein, er möchte unbedingt zum Autoscooter und auf die Raupe. Nur schwer kann ihn seine Mutter Sibylle zurückhalten. „Er freut sich schon das ganze Jahr darauf“, sagt sie. „Wir sind extra nicht zur Kirmes am Sprödentalplatz gegangen.“ Ihr Plan: Wenn der Filius beschäftigt ist, kann sie den Trödelmarkt durchstöbern. Doch es gibt auch einen Wermutstropfen. „Es ist schon heftig, dass Fahrgeschäfte bis zu fünf Euro kosten“, sagt sie kopfschüttelnd.

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