Traglufthalle in Hüls: Chicago, Johannesburg, Moskau, Krefeld (mit Video)

Traglufthalle in Hüls : Chicago, Johannesburg, Moskau, Krefeld (mit Video)

Die Traglufthalle am Reepenweg steht. Frank Zielke baut solche Luftzelte in der ganzen Welt auf.

Krefeld. „Das Wetter ist gut, wir beginnen um 16 Uhr damit, die Halle aufzublasen“, sagt Frank Zielke. Der 57-Jährige steht dabei mitten im Schlamm des Sportplatzes am Reepenweg. Hier sollen Anfang Februar rund 150 Flüchtlinge in einer Traglufthalle untergebracht werden.

Die Unterkunft wurde von Zielke und seinen Mitarbeitern montiert. Dazu wurde in einem ersten Schritt zwischen Weihnachten und Neujahr vom Monteur aus Porta Westfalica und seinen Mitarbeitern die Verankerung im Boden vorgenommen. Seit vergangenen Mittwoch folgten weitere Vorbereitungsarbeiten, um am gestrigen Nachmittag die Traglufthalle unter Einsatz eines Gebläses aufzurichten.

Das Umschlagen der 36 mal 36 Meter große Plane der Halle ist dabei für Zielke, seine Mitarbeiter und die extra angeforderten Helfer die größte Herausforderung an diesem Tag. Der 57-Jährige, dessen Großraumbus samt kleinem Caravan direkt neben dem Sportgelände am Reepenweg quasi als Hotel—Ersatz steht, hat das Kommando. „Das ist alles Routine“, sagt Zielke, der seit 25 Jahren Traglufthallen auf der ganzen Welt aufbaut.

„Alles hat in Polen in Kattowitz bei minus 25 Grad angefangen, da haben wir einen Tennisplatz überdacht“, sagt Zielke. Es folgten Aufträge in Moskau, Chicago, Orlando und Johannesburg — und natürlich zig weitere in Deutschland. Seit der Flüchtlingsstrom nach Deutschland immer mehr zugenommen, das Wohnangebot sich in den Städten aber weitem nicht vergrößert hat, sind Zielkes Traglufthallen deutschlandweit gefragt, um dem geflohenen Menschen eine Unterkunft auf Zeit zu bieten.

Obwohl er eigentlich Winterpause hat, in der er Bürodienst machen müsste, kann der Mann aus Porta Westfalica aufgrund der hohen Nachfrage nach seinen Hallen kaum durchschnaufen. Nach der Aufstellung der Traglufthalle am Freitag, erfolgt noch die Anbringung der Leuchtmittel. Dann wird am Dienstag die bezugsfertige Halle an die Stadt übergeben.

„Für uns geht es dann weiter nach Traar“, sagt Zielke. Auf dem Festplatz dort wird die Verankerung für die gleiche Halle vorgenommen.

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