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WZ-Mobil am Saxhof: „Das wird noch richtig Ärger geben“

WZ-Mobil am Saxhof: „Das wird noch richtig Ärger geben“

Beim WZ-Mobil war der belastete Boden Am Saxhof das Thema.

Krefeld-Fischeln. Jahrzehntelang haben die Bewohner der Straße Am Saxhof auf verseuchtem Grund und Boden gelebt. Vor 33 Jahren wurden dort Häuser auf dem ehemaligen Gelände der chemischen Großreinigung Froitzheim gebaut. Das Erdreich soll nun ausgetauscht werden. Das wird voraussichtlich einige Millionen Euro kosten. Direkt Betroffene und Anwohner machten nun am WZ-Mobil ihrem Ärger Luft.

Heinz Fladt: „Ich bin hier geboren auf dem Saxhof, und ich kann mich noch gut an Froitzheim erinnern. Wir haben unsere Sachen dorthin gebracht, aber die haben auch als Großreinigung gearbeitet.“ Im Kataster müsste seiner Meinung nach der Standort der chemischen Reinigung eingetragen sein.

Er erinnert sich auch noch an die Anfänge der Bebauung am Saxhof: „Der erste Bauträger, der auf dem verseuchten Boden bauen sollte, hat Ausschachtungen gemacht und sich daraufhin zurückgezogen. Eine zweite Baufirma hat dann ein Jahr später angefangen“.

Den gesundheitlichen Aspekt der Verseuchung des Baugrunds spricht er ebenfalls an: „Meines Wissens ist die Krebsrate hier höher, vor allem von Atemwegserkrankungen.“

Dieser Meinung schließt sich auch eine direkt betroffene Anwohnerin an, die ihren Namen nicht nennen möchte, weil sie der Stadtverwaltung gegenüber nicht noch mehr Öl ins Feuer schütten möchte. „Mein Mann ist mit 59 Jahren an Krebs gestorben, das ist doch kein Zufall.“

Seit 23 Jahren wohnt sie Am Saxhof. Angesichts der Sanierung stellt sie sich die Frage, was es bringen soll, wenn nur die Gärten ausgehoben werden: „Es steckt doch auch noch viel unter den Häusern.“

Außerdem ärgert sie sich über den Wertverfall der Immobilie: „Das Haus bleibt trotz der Sanierung im Altlasten-Kataster und wer soll mir das dann jemals abkaufen?“

Ein weiterer Betroffener, der aus Angst vor Repressalien ebenfalls anonym bleiben möchte, greift die Verwaltung an: „Von der Stadt wurden wir erst informiert, als die dreißigjährige Verjährungsfrist gerade vorbei war. Mittlerweile haben einige Anwohner zusammen 45 000 Euro für einen Fachanwalt ausgegeben. Ursprünglich waren es achtzehn Leute, jetzt sind es nur noch neun aus Kostengründen.“

Rainer Zimmermann würde es gerecht finden, wenn die Besitzer der Häuser entschädigt würden: „Schließlich stehen die Häuser im Altlasten-Kataster.“ Dem Sachstand der Stadt, dass diese nichts von der Verseuchung des Bodens wusste, müsse man allerdings auch glauben.

„Ich habe hier meine Kinder aufgezogen und sie haben vor dem bau der Häuser immer auf dem verseuchten Gelände gespielt“, erinnert sich Hannelore Kneps. Nun sei sie froh, dass sie nicht mehr Am Saxhof wohne.

Eine dritte Anwohnerin, die von der Sanierung betroffen ist, will ihren Namen nicht nennen, regt sich aber massiv auf: „Ich habe Angst, dass die unsere Gärten nicht wieder so herrichten, wie sie jetzt aussehen.“ Sie habe eine drei Meter hohe Kamelie und einen 30 Jahre alten Baum. „Das gibt bestimmt noch richtig Ärger für uns.“