Wimmersweg: Ungeliebte Grünverbindung

Wimmersweg: Ungeliebte Grünverbindung

Die Bezirksvertretung entscheidet nächste Woche, ob der Wimmersweg für 37500 Euro ausgebaut wird.

Fischeln. Erneut wird sich die Bezirksvertretung Fischeln (BZV) am 10. Juli mit dem Thema Grünverbindungsweg vom Krützboomweg bis zur Rosenstraße befassen. Konkret handelt es sich um den letzten, rund 150 Meter langen Abschnitt vom Spielplatz An de Welt bis zur Rosenstraße. Der Bau ist mit Kosten von rund 37 500 Euro verbunden.

Seit Jahren wird um das Thema gestritten. Erst im November vergangenen Jahres hatte die Verwaltung in der BZV eingeräumt, dass es für den letzten Abschnitt des Weges zur Rosenstraße kein Planrecht gebe. Erst wenn es dieses gebe, könne das konkrete Projekt zur Abstimmung vorgelegt werden, hatte Dirk Czymai vom Fachbereich Bürgerservice damals erklärt. Und: „Das letzte Wort haben dann Sie als Bezirksvertreter“. In der Begründung zur jüngsten Vorlage der Verwaltung heißt es ausdrücklich, dass “ein rechtskräftiger Bebauungsplan nicht vorliegt“.

In der jetzt vorliegenden Begründung beruft sich die Verwaltung auf den Paragrafen 125/2 des Baugesetzes, der unter bestimmten Bedingungen Ausnahmen vom Bebauungsplan für Erschließungsanlagen zulässt. Damit kann die Verwaltung offenbar das fehlende Planrecht umgehen.

Im Mai vor zwei Jahren war der Weg bereits Thema im Beschwerdeausschuss. Dort herrschte die einhellige Meinung, dass die eingeplanten 37 500 Euro besser für andere Projekte ausgegeben werden sollten. Mit dieser Summe hätte zum Beispiel die Uerdinger Bücherei gerettet werden können, sagen die Kritiker. Prominenten Beistand erhielten die Beschwerdeführer damals vom SPD-Bundestagsabgeordneten Bernd Scheelen, der als Gast im Rathaus war. Er, wie die Linke-Vertreterin Ursula Mende, verwiesen darauf, dass in nur rund 30 Meter Entfernung bereits mit dem Vaaßenweg seit Jahren eine ausgebaute Verbindung zur Rosenstraße bestehe.

Der Weg solle, so argumentiert der Fachbereich Grünflächen, „der Allgemeinheit eine angenehme Möglichkeit bieten, ins Zentrum zu kommen“. Der Ausbau des Weges sei auch mit Blick auf die geplante Kindertagesstätte am Krützboomweg von Bedeutung. Die Verbindung stelle „eine hohe Qualität für die umliegenden Wohnquartiere dar“.

Hans Machate und Harald Boese sind Sprecher der Wohngemeinschaft Wimmersweg 48-62, Sie halten die geplante Verbindung ebenfalls für überflüssig. „Keiner braucht sie, keiner will sie.“ Nur wenige Meter von den Rückseiten der Mehrfamilienhäuser 48 bis 58 entfernt soll der künftige Weg verlaufen. „Viel zu dicht“, meinen beide. Sie schlagen vor, das Geld dafür zum Beispiel für die Instandsetzung von maroden Fahrradwegen zu verwenden.

In zahlreichen Einsprüchen gegen die Planung wird auf den Vaaßenweg als Alternative verwiesen, die kein Geld koste. „Zudem entstehen mit dem Zugang durch den Mauerdurchbruch auf die Rosenstraße wieder neue Probleme“, heißt es in vielen Einsprüchen.

Fußgänger und Radfahrer stünden dann unvermittelt auf dem schmalen Bürgersteig und müssten die Straße in einer schwer einsehbaren Kurve queren, um über die Clemensstraße in die Innenstadt zu gelangen. Dieses Problem sieht auch die Verwaltung und will ihm mit — unter anderem — einem Drängelgitter und durchgängigem Tempo 30 auf der Rosenstraße begegnen.

Die historische und denkmalgeschützte Mauer stellt neben einer Remise die verbliebenen Reste des ehemaligen Gutes Vaaßen von 1592 dar. Nach Auskunft der städtischen Planer hat die Denkmalbehörde keine Einwände gegen einen 2,8 Meter breiten Durchbruch.

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