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WZ-Mobil: VfR Fischeln: Nervenkitzel bis zum Schluss

WZ-Mobil : VfR Fischeln: Nervenkitzel bis zum Schluss

VfR-Fans sind stolz auf ihr Team und kommentieren beim WZ-Mobil die Oberliga-Saison.

Krefeld. Der VfR Fischeln hat ein weiteres erfolgreiches Jahr in der Oberliga absolviert. Nachdem es zu Beginn der Saison nach einem Jahr ohne Zittern aussah, kam das Team um Trainer Josef Cherfi gerade in der Rückrunde ins Straucheln. Ernsthaft gefährdet waren die Fischelner aber nie. Mit einem Sieg im Derby am kommenden Sonntag (15 Uhr) gegen den TSV Meerbusch könnte die Saison sogar auf dem sechsten Rang abgeschlossen werden.

Eine Platzierung, auf die man in Fischeln stolz sein kann, meint auch Geschäftsführer Thomas Brons: „Wir sind ein solider Club und haben wieder einmal eine solide Saison gespielt. Auch wenn es in einigen Spielen eng wurde, das Thema Abstieg kam nie auf.“ Auch Hauptsponsor Theo Wirtz kam zum WZ-Mobil am Fischelner Marienplatz und stellt mit Augenzwinkern gleich eine Forderung an Trainer Josef Cherfi und sein Team: „Trampel uns bloß nicht so auf den Nerven herum, und mach’ es nächstes Jahr früher klar“, sagt der 68-jährige, der seit mehr als 14 Jahren mit dem VfR verbunden ist.

Eine Zahl, über die Konni van Guliyk nur lachen kann. Der 84-jährige besucht schon sein ganzes Leben die Grün-Weißen. Auch im hohen Alter verpasst er kaum ein Auswärts-, geschweige denn Heimspiel. Er sagt: „Zum Schluss haben die noch Glück gehabt. Die Spielweise ist eigentlich gut. Aber in der zweiten Halbzeit mangelt es schon mal. Da fallen die meisten Gegentore.“

Ein Fakt den Trainer Josef Cherfi nicht leugnen kann. Der VfR hat mit 61 Toren zwar die drittmeisten Tore geschossen, 62 Gegentreffer sind aber der dritt schlechteste Wert der Oberliga. Die meisten davon im zweiten Spielabschnitt. Seine Erklärung: „Wir hatten zahlreiche Verletzungen über die gesamte Saison. Viele kamen nach der Verletzungspause zu schnell wieder rein und konnten meist nicht über 90 Minuten gehen. Das wurde uns oft zum Verhängnis.“

In Lucas Reinert (TSV Meerbusch), Phillip Wiegers (1. FC Viersen) und nun Dennis Durmhus sind schon jetzt drei defensive Neuzugänge bekannt. Cherfi sagt: „Wir wollen uns defensiv verstärken und ein wenig mehr Robustheit ins Spiel bringen.“

Ein Punkt, den auch Walter Zell kritisierte. Es gibt zu wenige große Spieler, zu wenig schlagkräftige Akteure, vor allem in der Offensive. Der Gegner hat mehr kopfballstarke Leute. Die Spieler arbeiten gut nach vorne, aber zu schlecht nach hinten.“ Auch Aribert Böer, der passend mit Grün-Weißem Regenschirm kam, ergänzt: „Es könnte noch etwas besser laufen. Die Spieler müssen die Leistung, die sie haben, immer abrufen. Dafür spielt man in der Oberliga.“

Dennoch darf die Saison nicht zu negativ betrachtet werden. Einer der Saisonhöhepunkte war etwa der 3:0-Sieg in der Grotenburg gegen den Meister Wuppertaler SV. Da war auch Horst Neuhofen vor Ort. Der 75-jährige gehört zum Ältestenrat des VfR und ist zudem Kassierer im Verein. Sein Saisonfazit fällt durchweg positiv aus: „Ich bin mit der Saison zufrieden. Wir haben mit unserem Budget das beste herausgeholt. Ein Mittelplatz in der Oberliga reicht für unseren Verein aus. Ich finde es nicht schlecht, dass es am Ende noch ein bisschen aufregend ist. Ich hoffe, dass die Verletztenserie aufhört.“

Eine Sache aber brennt Horst Neuhofen noch auf der Seele: „Die Resonanz in Fischeln lässt sehr zu wünschen übrig. Nur etwa 100 Zuschauer bei den Heimspielen ist zu wenig für einen Stadtteil wie Fischeln.“