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Tierfriedhof: Ein trauriger Ort für schöne Erinnerungen

Tierfriedhof: Ein trauriger Ort für schöne Erinnerungen

In Fischeln finden Hund und Katze ihre letzte Ruhestätte.

Krefeld. Der Hund ist des Menschen bester Freund. Doch leider ist auch die Zeit des geliebten Vierbeiners begrenzt. Irgendwann kommt die Frage auf: Was tun, wenn es soweit ist? Im Garten begraben? Oder dem Tierarzt überlassen? Dass es auch anders gehen muss, dachte sich Michael Kamps.

Vor 28 Jahren hat er in Fischeln einen Tierfriedhof eingerichtet. Das war allerdings kein leichtes Unterfangen, erzählt seine Frau Anne: „Die Stadt hat ihm viele Steine in den Weg gelegt. Fünf Jahre hat es gedauert, bis dann schließlich vor Gericht entschieden wurde, dass es den Tierfriedhof geben darf.“

Mittlerweile gibt es um die tausend Gräber auf dem 5500 Quadratmeter großen Grund. Das erste Tier, das dort seine letzte Ruhe fand, war eine Gans. Vom Wellensittich bis zur Schildkröte, für jedes Tier, das nicht die Größe eines ausgewachsenen Hundes überschreitet, ist auf dem Friedhof Platz. „Die Menschen schätzen es, dass sie einen Ort haben, an dem sie ihr Tier besuchen können, dass sie eine Anlaufstelle haben, wo sie trauern können“, sagt Anne Kamps. Sie und ihr Mann holen das Tier auch bei den Besitzern ab und kümmern sich um einen Sarg und alles andere was nötig ist, wenn es gewünscht wird.

Auch Karin Fischer hat ihre Tiere auf dem Friedhof bestattet. „Ich habe hier vor 28 Jahren ein Grab für meinen Pudel Addi gepachtet“, sagt sie. Mittlerweile liegt auch ihr zweiter Pudel, Purzel, dort. Fischer kommt extra aus Düsseldorf, um das Grab zu pflegen. „Es geht mir immer besser, wenn ich hier war“, sagt sie.

Die erste Laufzeit für ein Grab beträgt vier Jahre, die viele verlängern. „Es gibt natürlich auch Leute, die den Tieren einfach eine würdevolle Bestattung geben wollen und dann nicht mehr kommen. Oder Berufstätige, die keine Zeit mehr haben, sich zu kümmern“, weiß Anne Kamps. Die meisten kämen aber regelmäßig für die Grabpflege und um sich an ihr Tier zu erinnern. Denn die Zeit mit einem Tier sei meist ausnahmslos von schönen Momenten geprägt.