Rugby: Dreckiger Sport mit Teamgeist

Rugby: Dreckiger Sport mit Teamgeist

Ansgar und Jérôme Ruhnau spielen Rugby. Mit den Düsseldorf Dragons stehen sie vor dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga.

Fischeln. Rugby, das ist ein ein harter, dreckiger Sport. Aber auch ein Sport, der Köpfchen verlangt und vor allem Teamgeist. Während die Sportart in England oder Frankreich Nationalsport ist, ist Rugby in Deutschland noch eine Randsportart - die jedoch mehr und mehr an Bedeutung gewinnt.

Die Brüder Ansgar und Jérôme Ruhnau aus Krefeld haben den Kampf um das Ei (so ist der Ball beim Rugby geformt) zur ihrer Leidenschaft erkoren. Angefangen hat der 19-jährige Ansgar vor fünf Jahren: "Die ungewöhnliche Mischung aus Kampf und Taktik hat mich gereizt." Bis er jedoch seinen Bruder Jérôme von den Vorzügen des Sports überzeugen konnte, dauerte es über zwei Jahre.

"Das erste Training hatte mich noch nicht überzeugt. Da war es Winter und überall war Schlamm auf dem Platz. Aber dann habe ich es später noch einmal probiert und es hat mich auch gepackt", erklärt der 17-jährige Jérôme. Zusammen spielen die beiden Gymnasiasten (MSM-Gymnasium) bei den Düsseldorf Dragons, der Rugby-Abteilung des TuS 95 Düsseldorf. Und das sehr erfolgreich: In der Regionalliga NRW stehen die Dragons auf dem ersten Tabellenplatz und wollen in die Zweite Bundesliga aufsteigen.

Doch der Erzrivale, die Elmt Falcons, wollen das verhindern. "Die sind auch gut und spielen sehr hart", sagt Ansgar. Verletzungen sind beim Rugby aber nicht so häufig wie ein Außenstehende denken. Die Spieler tragen einen Zahnschutz wie beim Boxen und manche einen Kopfschutz, der vor allem die Ohren vor Schäden bewahren soll. "Bis jetzt waren wir noch nicht ernsthaft verletzt", sagen die Brüder.

Falls ein Spieler über die Stränge schlägt, kann er wie im Fußball mit Gelben und Roten Karten bestraft werden. Die Gelbe Karte zieht im Rugby allerdings eine zehnminütige Zeitstrafe nach sich. "Die Regeln sind komplexer als beim Fußball", sagt Ansgar. Ziel des Spiels ist es, den Ball im gegnerischen "Malfeld" abzulegen. Dafür gibt es fünf Punkte.

Weitere Punkte können durch Schüsse über die H-förmigen Malstangen erzielt werden. Ansgar ist als Stürmer bei den Dragons für die grobe Arbeit zuständig, während Jérôme als Flügelflitzer Unordnung in die Defensive der Gegner bringt.

Dabei ist immer Teamwork gefragt: "Aufgrund der Tatsache, dass der Ball nur nach hinten gespielt werden darf und man allein nicht an der Abwehr vorbei kommt, ist die Zusammenarbeit im Team das wichtigste", erklärt Jérôme.

Und da das gemeinsame Spiel so gut funktioniert, sind die beiden Krefelder jetzt auch in der U-19-Jugendnationalmannschaft vereint. Und selbst wenn die beiden mal wieder im Matsch auf der Anlage in Düsseldorf-Lörick versinken, wissen sie, dass der Rugbysport in Deutschland auf dem aufsteigenden Ast ist. Und dazu leisten die Rugby-Brüder aus Krefeld ihren Beitrag.

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