Nachbarschaftsladen vor dem Aus

Nach gut 25 Jahren droht aus finanziellen Gründen die Schließung.

Fischeln. Dem Nachbarschaftsladen in Fischeln droht ein Jahr nach seinem 25. Geburtstag das Aus. „Wenn keine freiwillige finanzielle Unterstützung kommt, werden wir nicht weit über April oder Mai hinaus öffnen können“, erklärt Manfred Adam, Geschäftsführer des Trägervereins.

Damit gehe ein wichtiger Treff- und Kommunikationspunkt im Stadtteil verloren, sagt er. Der Nachbarschaftsladen Fischeln wurde vor einigen Jahren sogar Landessieger NRW des „Netzwerks Nachbarschaft“ unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Adam: „Dank der Fürsprache einer Fischelner Politikerin haben wir im Dezember 2013 eine großzügige Spende der Sparkasse bekommen. Das hat manch kleinere Spende nach sich gezogen und gab uns Planungssicherheit für dieses Jahr.“ Doch nun seien nach Miet- und Nebenkostenzahlungen wieder finanzielle Lücken spürbar. „Nennenswerte Rücklagen haben wir nicht. Einen Kredit aufzunehmen, geht gar nicht.“

Rund 8800 Euro müssten jährlich aufgebracht werden: „Bis 2012 hat der Laden einen freiwilligen städtischen Mietkostenzuschuss erhalten. Dieser wurde 2012 gekürzt und 2013 laut Ratsbeschluss gestrichen.“

Zur Geschichte: Um die Anliegen der Bewohner im Bereich der Erkelenzer Straße in Fischeln aufzugreifen, kam es rund ein Jahr nach einem „Spielspektakel“ in den Osterferien 1987 zur Gründung des Nachbarschaftsladens. Seitdem wird der Treffpunkt von vielen Anwohnern gerne und oft aufgesucht.

„Der besondere Wert des Nachbarschaftsladens liegt in seiner offenen, integrativen Arbeit für und mit allen Altersstufen und in der Selbstorganisation des Teams“, sagt der Geschäftsführer.

So gibt es im komplett barrierefreien Haus beispielsweise ein Begegnungs- und Seniorencafé, die deutsch-russische Sprachgemeinschaft trifft sich dort, die Pflegeberatung der Stadt hat freien Zutritt. Auch der vom Landschaftsverband Rheinland ausgezeichnete Aktionskreis „Miteinander für Menschen mit und ohne Behinderung“ hat an der Erkelenzer Straße seine Bleibe. Adam: „Jeder kommt ‘rein, der etwas Gutes tut.“

Der Nachbarschaftsladen wird von Menschen jeder Altersstufe genutzt. Ehrenamtlich tätige Mitarbeiterinnen des Ladens teilen sich die Verantwortung für die verschiedenen Gruppen. Daneben bietet der Verein ein Programm mit sozialen und lokalen Themen für unterschiedliche Interessengruppen an. Fragt sich nur, wie lange noch.